Wolfsburger OB bezweifelt Aussagekraft der Mietpreis-Studie

Die Stadt Wolfsburg führt regelmäßig eigene Mietmarktanalysen durch, um verlässliche Aussagen zur Miethöhe und Mietentwicklung treffen zu können. Mit dieser Feststellung reagierte Oberbürgermeister Klaus Mohrs (Foto) auf eine Untersuchung des Bundesinnenministeriums zur Mietpreis-Entwicklung in deutschen Großstädten. Wie berichtet, sind die Mieten in Wolfsburg der Studie zufolge zwischen 2012 und 2018 um 63,1 Prozent gestiegen – deutlich mehr als in jeder anderen niedersächsischen Großstadt. Mohrs bemängelte, solche überregionalen Vergleiche lieferten ein schiefes Bild, weil sie eine Besonderheit nicht berücksichtigten. In Wolfsburg läge der größte Teil der Mietwohnungen mit rund 60 Prozent in den Händen von drei Wohnungsgesellschaften. Diese Immobilien seien der städtischen Analyse zufolge weiterhin günstig und lägen deutlich unter den Quadratmeterpreisen der privaten Vermieter. Die Vergleichsstudie des Ministeriums spiegle aber vor allem diese Daten wider, so Mohrs. Die beiden Bundestagsabgeordneten der Linken aus der Region sprachen dagegen von “explodierenden Preisen für Wohnraum in Wolfsburg”. Pia Zimmermann und Victor Perli forderten mit Blick auf die jüngsten Zahlen eine gesetzliche Mietpreis-Deckelung. Die aktuellen Mieten müssten für fünf Jahre eingefroren und zugleich regionale Höchstmieten festlegt werden, so die Politiker.