Projekt Beschreibung

Photo © ub-comm

Woche 06/2020

Ayọ

Royal (3ème Bureau/Wagram)

Joy Olasunmibo Ogunmakin wurde Anfang der 80er in Frechen (zwischen Köln und Aachen gelegen) geboren und lebt heute in den USA. Als Ayọ (bedeutet „Freude“ in der Yoruba-Sprache ihres Vaters) hat sie bisher 1,5 Millionen Platten in 40 Ländern verkauft. Ihr Debütalbum „Joyful“ landete in den Top10 in vier Ländern. Das Essence Magazine  verglich sie mit der großen Nina Simone. Sie trat mit Babyface auf, gewann prestigeträchtige europäische Musikpreise, war zu Gast in der „Late Show with David Letterman“ und in der „Late Late Show with Craig Ferguson“ und trat als Opening Act bei einem der letzten großen Konzerte von James Brown auf.

Nun ist mit „Royal“ ihr mittlerweile sechstes Album erschienen, das eigentlich ein Album mit Cover-Versionen der eigenen Songs werden sollte; ein Plan, den Ayọ kurz vor den Aufnahmesessions über den Haufen warf, weil sie mehr und mehr zu der Überzeugung kam, dass sie „mehr zu geben habe als nur alte Songs. Ich sah keinen Sinn in der Platte, auch wenn ich meine ersten Alben liebe“, vermutlich keine ganz schlechte Entscheidung der Künstlerin.

Und so ist mit „Royal“ ein exzellentes Album entstanden, das mit wunderbaren, einfachen Melodien den Weg direkt ins limbische System findet, den/die Hörer/in in eine angenehm entspannte emotionale Grundstimmung versetzend mit einer faszinierenden in den Bann ziehenden Stimme. Produziert wurde „Royal“ von Freddy Koella (langjähriger Gitarrist bei Bob Dylan oder Willy DeVille), der bei den Aufnahmen auch als Gitarrist und Akkordeonist zu hören ist.

Das Album ist gewissermaßen eine Liebeserklärung an die Musik, und ein mutiges aber auch mit viel Selbstbewusstsein produziertes Werk, was sich vor allem bei Ayọs Auswahl der Cover-Versionen zeigt – das sind schon ganz große Schuhe, die sich die Künstlerin da anzieht und was soll der Schreiberling sagen: sie passen! Ob das „Né Quelque Part“ von Maxime le Forestier ist oder noch überzeugender die beiden Jazzklassiker „Throw It Away“ von Abbey Lincoln oder „Afro Blue“ von Mongo Santamaria (sehr nah‘ am Arrangement von John Coltrane) – Ayọ fühlt sich hörbar wohl mit ihren Interpretationen.

Mit „Royal“ legt sie ein Album vor, dass die Grenzen zwischen Jazz, Folk und Soul verschwinden lässt, einfach nur puren Hörgenuss vermittelnd. Ein Hörerlebnis, das nicht zuletzt auch durch die exzellenten Musiker unterstützt wird. Im Gegensatz zu früheren Alben spielt Ayọ lediglich bei „Fix Me Up“ Gitarre, konzentriert sich ansonsten komplett auf ihren völlig überzeugenden Gesang. Anspieltipps: „Throw It Away“ und „Rest Assured“. (Photo © ub-comm)