Project Description

Photo © broken silence

Woche 41/2019

Bastien Lallemant

Danser Les Filles (Zamora)

„Danser Les Filles“ ist das mittlerweile fünfte Album des französischen Nouvelle Chanson-Künstlers und Schriftstellers Bastien Lallemant, der sich seit seinem ersten Album „Les Premiers Instants“ (2003) stetig zum ernst zu nehmenden Vertreter des neuen Chansons entwickelt hat, von seinen Landsleuten nicht selten sogar mit Serge Gainsbourg verglichen. Die Parallelen werden nicht nur wegen seiner männlich-sonoren, intim vibrierenden Stimme gezogen, auch äußerlich ist der schmächtige und kleine Lallemant ein nerdiger und markanter Charakterkopf von hohem Wiedererkennungswert.

Hiesigen Genre-Fans dürfte der Sänger, Texter, Komponist und Gitarrist durch mehrfache Beiträge zu den äußerst erfolgreichen „Le Pop“-Compilations bereits bekannt sein. In Frankreich gesellen sich zu seinen zahlreichen Auftritten die von ihm organisierten und betreuten „Les Siestes Acoustiques“, die vor allem jüngeren und noch unbekannten Künstler*innen eine interdisziplinäre Plattform für alle Arten von Poesie bieten.

Bislang auch durch seine Vorliebe für düstere, morbide und makabre Motive bekannt, präsentiert Bastien Lallemant auf seinem neuen Album elf Songs, die sich am Themenfeld Wege, Straßen, Entfernungen, Reisen und Landschaften orientieren, nahe der Literatur eines Jean Giono oder Henry David Thoreau.

Im Zusammenspiel mit seiner Stammband legt Lallemant souverän einen luftigen Teppich aus sensiblen Gitarren- und Pianoklängen aus, tupft verhuschte Rhythmen und schafft vor allem viel Platz für die sinnliche Körnung der Gesangsstimme. Durch wenige  Gastmusiker ergänzt, präsentiert „Danser Les Filles“ so die wohl bislang ausgereiftesten Songs des Franzosen, der durchaus einen „weiten“ Blick über den chansonesken Tellerrand hinaus wagt.

Zu hören sind auf dem Album weniger an die traditionellen Strukturen des französischen Chansons erinnernde Sounds, vielmehr sieht sich Bastien Lallemant als Vertreter der sogenannten Nouvelle-Chanson-Bewegung auf „Danser Les Filles“ eher in der Tradition Serge Gainsbourg und dessen Zeitgenossen, erinnert mit dem ein oder anderen Song aber auch etwa an Howie Gelb oder Calexico.

Mit diesem wunderbaren Album gibt Bastien Lallemant ein eindrucksvolles Statement zu den aktuellen Themen dieser Welt, die gerade aus den Fugen zu geraten droht – und das auf einem völlig entspannt daherkommenden musikalischen „Nährboden“. Anspieltipps: „Ralentissons“ und „Le Grand Depart“. (Photo © broken silence)