Projekt Beschreibung

Der Weise Panda (Jazzhaus Records) - Foto: © uk-promotion.de

Woche 03/2020

Der Weise Panda

Der Weise Panda (Jazzhaus Records)

Verglichen mit „Mam“, dem Debüt des Weisen Pandas, sind die Improvisationen und spontanen Expressionen auf dem neuen selbstbetitelten Album zwar eher zurückgenommen, der Jazzbezug aller Beteiligten bleibt aber über die klug platzierten Soli hinaus klar erkennbar. Insgesamt enthält das neue Werk wesentlich kompaktere Songs, und keineswegs zufällig schlagen manche Details, etwa bestimmte Harmoniewechsel, Taktverschiebungen oder auch der Klang der Stimme, Brücken zum Progressive Rock.

Sängerin Maika Küster, Pianist Felix Hauptmann, Bassist Yannik Tiemann, Drummer Anthony Greminger und die neu dazu gestoßene, den Weisen Panda zum Quintett erweiternde Cellistin Talia Erdal schätzen die magische Kraft des Ungestümen zwar nach wie vor, aber „die neuen Songs sind sehr konzentriert und enthalten wesentlich weniger Ausbruchsmomente. Mit war wichtig, diesmal alles etwas behutsamer zu erzählen“, beschreibt die inzwischen 26 Jahre alte Küster ihren Ausgangspunkt.

An Dynamik hat die Band dadurch nicht verloren, diese wird aber pointierter eingesetzt. Zu erleben schon gleich im ersten Stück „Fragile“, das als Schlüsselsong des Albums gelesen werden kann. Es spannt einen weiten Bogen, von melodischem Flüstergesang, verhaltenem Herzschlag-Pochen und sachten Instrumentaltupfern zu sanft einsetzender Piano-Linie, obertonreichen Cello-Motiven,

Der gewandelte Sound des aktuellen, bewusst namenlosen Albums reflektiert ebenso künstlerische Überlegungen wie persönliche Erlebnisse Maika Küsters. Ihre Texte lassen erkennen, dass essentielle Themen wie Abschied und Verlust hier eine wichtige Rolle spielen. „Vergänglichkeit ist unabwendbar im Leben“, stellt sie nüchtern fest, „deswegen ist es extrem wichtig, den Blick auch für die zarten und guten Dinge zu schärfen. Gekonnt variieren die Songs vertraute und überraschende Momente, bieten Anknüpfungspunkte und Kontraste, loten Ruhe und energiegeladene Dynamik aus. Die Intensität der Musik wird noch verstärkt von den nachdenklichen Songtexten.

Mit dem neuen Album setzt Der Weise Panda erneut ein bemerkenswertes Zeichen in die innovative und stilistisch offene deutsche Szene. Die zum Quintett gewachsene Band findet dank Maika Küsters charakteristischer Stimme, ausgefeilt-akustischen Arrangements und versierten Musikern zu einer individuellen Ästhetik. Anspieltipps: „Distant Shores“ und „Fragile“. (Photo © uk-promotion.de)