Project Description

Diego Figueiredo / Come Closer - Foto: sundance.dk

Woche 30/2019

Diego Figueiredo

Come Closer (Stunt)

Manche Menschen sind einfach dazu gedacht, Musiker zu sein. Der brasilianische Gitarrist Diego Figueiredo ist einer von ihnen. Er wurde 1980 in Franca, Bundesstaat São Paulo, geboren und begann im Alter von vier Jahren mit dem Musizieren. Mit zwölf Jahren hatte er bereits eine lokale Anhängerschaft, und als er fünfzehn war, zog er eine große Menschenmenge in Brasilien an.

Jetzt, im Jahr 2019, hat Figueiredo die Musikwelt erobert, hat mehrere (über 20!) Alben aufgenommen, sowohl solo als auch in Zusammenarbeit mit anderen Musikern, tourt ständig rund um den Erdball und kann damit nicht länger als „aufsteigender Star“ unter den großen (Jazz-) Gitarristen der Welt apostrophiert werden – er gehört mittlerweile und unbestreitbar zur etablierten Elite, hochgelobt im Übrigen von Kollegen wie George Benson, Pat Metheny oder Al Di Meola.

Sein Stil wird meist als Fusion von klassischer Musik, Bossa Nova und Jazz bezeichnet, er ist ein Könner, sich frei zwischen den Stilen zu bewegen, und seine exzellente Technik geht einher mit einer hervorragenden Fähigkeit, sein Spiel so zu variieren, dass es fern jedweder Hektik mit einer wunderbaren Leichtigkeit daherkommt. Sein ausdrucksstarkes Spiel auf der Akustikgitarre lässt sich vom reichen musikalischen Erbe seines Heimatlandes ebenso inspirieren, wie auch von seinem Gespür für die Eigenart des Jazz und für die klassische Gitarrentradition.

„Come Closer“ ist nun die vierte Veröffentlichung von Diego Figueiredo unter seinem eigenen Namen für das dänische Jazzlabel Stunt Records. Das Album zeigt neben seiner Virtuosität eine der ganz großen Stärken des brasilianischen Musikers – seine Fähigkeit als Begleiter, die insbesondere von Sängern überaus geschätzt und auf „Come Closer“ eindrucksvoll demonstriert wird, wo er, mit Ausnahme von zwei Songs, nicht allein mit seiner Gitarre zu hören ist.

Auf den ersten vier Songs ist es Cyrille Aimée, die in den USA lebende französische Jazzsängerin, die Titel sechs bis neun bestreitet Janni Siegel (Manhattan Transfer), und die beiden letzten Songs werden von der talentierten italienischen Jazz-Sängerin Chiara Izzi interpretiert, drei Künstlerinnen, mit denen Diego Figueiredo zuvor intensiv durch die ganze Welt tourte.

Wenn man so will, besteht das Repertoire auf „Come Closer“ aus Ohrwürmern – von Jobim bis My Fair Lady, Jazzstandards, einer einzigen Diego-Komposition und einigen Überraschungen wie Miles Davis’ „Nardis“ mit portugiesischem Text. Die Sängerinnen tragen zu einem entspannten und wunderschön leichtfüßig daherkommenden Album bei.

Mit den beiden Instrumentaltiteln kann Diego Figueiredo dann unter Beweis stellen, wie stark er im Ausdruck ist. Innerhalb der sehr ruhigen “Sexta Fiera“ und “Like Someone In Love“ führt er auf sehr subtile und feinfühlige Art und Weise vor, wie man Klassik, Jazz und Folklore vereinen kann, dabei noch den hohen Grad an Unterhaltung beibehält. Anspieltipps: “Sexta Fiera“ und „Gone With The Wind“. (Photo © sundance.dk)