Projekt Beschreibung

Woche 37/2021

Elena Mindru

Hope (Eclipse Music)

Vor 100 Jahren erlangte Polen seine Unabhängigkeit, und es ist ebenfalls 100 Jahre her, dass Bessarabien, die Bukowina und Transsilvanien ihre Vereinigung mit Rumänien beschlossen – die Herstellung der nationalen Einheit. Zwei geschichtliche Ereignisse, die bis heute von Bedeutung sind: Das ist der äußere Anlass für ein Gipfeltreffen zweier herausragender Solisten beider Länder; der tiefere Grund aber ist, dass hier zwei Stimmen miteinander ins musikalische Gespräch kommen, die sich wirklich etwas zu sagen haben.

Die rumänische Sängerin Elena Mindru, in Finnland zu Hause und mit ihrem finnischen Quartett unterwegs, hat das ungeheure Talent, Schweres sehr einfach klingen zu lassen. Sie bewegt sich durch die raffinierten, halsbrecherischen Melodielinien ihrer selbst komponierten Stücke und wahrt dabei eine Eleganz, Präzision und Coolness, die man einer so jungen Sängerin kaum zutraut.

Etliche Preise hat ihr das eingetragen und Touren durch die halbe Welt. Ähnlich virtuos ist das Spiel des polnischen Violinisten Adam Bałdych, der nach einer klassischen Ausbildung zum Jazz wechselte, am Berklee College of Music studierte, bei ACT Music veröffentlicht und unter anderem mit Iiro Rantala, Billy Cobham, Aaron Parks, Joachim Kühn oder Michel Portal auf der Bühne stand.

Zusammen mit Adam Baldych präsentiert Elena Mîndru, die Preisträgerin der Montreux Jazz Voice Competition, nun mit „Hope“ ihr viertes Album (VÖ 17.09.) Komplettiert wird die Besetzung auf „Hope“ von den finnischen Musikern Tuomas J. Turunen am Piano, Oskari Siirtola am Kontrabass und Anssi Tirkkonen an den Drums.

„Mit Adam Baldych arbeiten wir schon seit drei Jahren zusammen, umso wundervoller ist es, dass wir jetzt erstmals ein gemeinsames Album aufgenommen haben“ , erzählt Elena Mîndru. „Seine Ideen an der Geige sind eine virtuose und stimmungsvolle Interpretation der musikalischen Gedanken, die wir für unser Projekt bereits im Kopf hatten und wirken wie eine anspruchsvolle Veredelung. Für uns war die musikalische Verbindung schon immer der Antrieb für unser Zusammenspiel, das nationale Grenzen überwindet und verschiedene Kulturen zusammenbringt.“

Für Elena Mindru ist „Hope“ ein großer Schritt in eine experimentellere Richtung. Gleichzeitig – zumindest in Teilen – auch eine Flucht vor Einschränkungen und ein Ausdruck der Hoffnung auf ein Ende der Pandemie und eine bessere Zukunft. Ihre Texte malen traumgleiche Vorausahnungen einer zukünftigen Realität, die bedrohlich wirkt jedoch gleichzeitig Menschen zusammenbringt, um unsere Welt zu hegen und pflegen. Anspieltipps: „Run Away“ und „Luca“. (Photo © Eclipse Music/Galileo)