Projekt Beschreibung

Woche 35/2021

Ganes

Or Brüm (Capriola/Sony)

Leicht, fließend, verträumt. Kraftvoll, episch, einnehmend. All das können Ganes mit ihrer Musik sein. Ein ganzes Leben schon begleiten sich Ganes gegenseitig durch ihre musikalischen Welten. Gemeinsam sind die Schwestern Elisabeth und Marlene Schuen und ihre Cousine Maria Moling in La Val aufgewachsen, einem verwunschenen Dorf in den Südtiroler Dolomiten. So abseits von flirrenden Metropolen, so nahe an der wilden, urtümlichen Offenheit der Natur. Die große Welt steckte in der kleinen. Und lockte jede der drei Frauen, sie zu entdecken.

Gemeinsam sangen sie auf Hubert von Goiserns Konzertschiff bei der Linz-Europa-Tour, gemeinsam ließen sie ihre Ideen wachsen, wurden zu vielstimmig singenden Märchenwesen, zu „GANES“. Verwurzelt in ihrer ladinischen Heimat, verbunden durch ihre Sprache, verwöhnt mit der Möglichkeit, das Fliegen zu Lernen.

2010 erschien „Rai de Soredl“, der „Sonnenstrahl“, das verspielte, quirlige, fröhliche erste Album. Schon 2011 folgte das melodisch-weiche „Mai Guai“, 2012 das melancholisch-verwobene „Paroes & Neores“. „Caprize“ von 2014 zeigt authentische und reife Ganes. Auf Tuchfühlung mit ihrer Lebenswelt, nahbar und verträumt. Am 30. September 2016 erschien das Album „an cunta che“, auf dem sich Ganes von der Ladinischen Sagenwelt beeinflussen ließen. Tief eingetaucht in das märchenhafte Reich der Ganes holen sie sirenenhafte Klänge in die Gegenwart. Alt und Neu steht sich gegenüber, untrennbar verbunden, neu betrachtet.

Neu ist auch die Besetzung von Ganes: 2018 verlässt Maria Moling die Band, um sich eigenen Projekten zu widmen. Als neue, dritte Gana kommt Natalie Plöger dazu. Ein Nordlicht, näher am Meer als an den Bergen. Eine Kontrabassistin, die singt. Ganes klingen wieder neu, wieder anders. Eine musikalische Reise mit akustischen, weichen, harmonischen Klängen beginnt.

Auf „Or brüm“, ihrem neuen Album (VÖ 27.8.21) entführen Ganes ihre Zuhörer auf eine neue, akustische Traumreise in die Welt des „blauen Goldes“ – das Wasser als verbindendes Element einer musikalischen Geschichte. Die Arrangements des Trios sind federleicht, die Stimmen der drei Musikerinnen ergänzen sich perfekt. Mehrstimmige Gesänge, wunderschöne Harmonien, mystische Texte auf Ladinisch gesungen und durchaus auch mit einem gewissen Hypnosefaktor daherkommend: Das ist das Geheimrezept von Ganes. Anspieltipps: „Aria Da Mer“ und „Nadé“. (Photo © Christoph Jorda/Blanko Musik)