Projekt Beschreibung

Woche 19/2021

Guacáyo

Lemonade (Superlaut)

„Sag aus vollem Herzen Nein!“, ruft Sophie Filip, Sängerin von Guacáyo, an einem Freitagabend im Hamburger Gängeviertel ins aufmerksame Publikum und kündigt damit den nächsten Song an. Guacáyos Musik ist ein Aufruf zum „Nein“ zur Norm und zum „Ja“ zu sich selbst. „Nein!“, schallt es dann auch durch den Club und im Publikum herrscht Gänsehautstimmung.

Die Hamburger Band Guacáyo feiert die Toleranz. Einflüsse aus Reggae, Dub und Hip-Hop münden bei ihr in einen frechen Indie-Pop-Sound. Während Sophie Filips unverwechselbare Stimme über den farbenfrohen Beats erklingt, groovt die Menge und singt mit. Die quirlige 29-Jährige wirkt auf der Bühne sehnsüchtig oder provozierend, als weise Wegbegleiterin oder wütende Amazone, so auch auf der am 21. Mai erscheinenden 7-Track-EP „Lemonade“.

Der von der Band selbst kreierte Name Guacáyo bedeutet vor allem eins: Mach das, was du aus tiefstem Herzen tun willst. Aus soundästhetischen Gründen vereinen sich Guave, Guacamayo (span. für Papagei) und Guacamole in dieser Wortneuschöpfung und lassen eine Ode an Südamerika und die Kostbarkeiten der Natur mitschwingen.

Guacáyo, das sind die Sängerin und Songschreiberin Sophie Filip, Tim Lucas an der Gitarre und den Backing-Vocals, Tobias Nitzbon an Synth-Bass und Keys und Justus Murphy am Schlagzeug. Gemeinsam schreiben, produzieren und nehmen sie ihre Songs seit 2017 auf. Damals begegnete die Weltenbummlerin Sophie Filip, die von Siegen bis Chile schon überall gewohnt hat, den drei Hamburgern. Da traf Reggae auf Pop und Hip-Hop und vier sehr unterschiedliche Charaktere beschlossen, ihr Leben zusammen zu verbringen.

Die 7-Track-EP „Lemonade“ erzählt vom sinnlosen Kampf gegen die eigenen Emotionen, von Selbstliebe, vom wilden inneren Kind, vom Kopfchaos zu Lockdown-Zeiten und von der finalen, kraftvollen Erkenntnis, nichts kontrollieren zu können außer der eigenen Einstellung.

Geschrieben in Deutschland, Spanien und Marokko, wurde „Lemonade“ auf Rügen und in Hamburg sowohl eingespielt als auch produziert. Guacáyos Songs bewegen das Publikum innerlich und äußerlich, Verbundenheit und Bässe sind bei so unterschiedlichen Themen wie dem Umweltschutz oder dem „Unshaming“ von Menstruation und Körperbehaarung spürbar. Bei Guacáyo ergänzen sich bodenständiger Rückhalt mit intuitiver Leichtigkeit, Rationalität mit Emotionalität, Kopf mit Intuition.

Neben (besser mit) dem mal voller Lebensfreude, mal melancholisch daherkommenden Sound der Band fasziniert die nicht ganz alltägliche Stimme von Sophie Filip. Man kann Guacáyo nur wünschen, dass die Band in diesem Sommer reichlich Gelegenheit bekommt, sich mit dieser lebensbejahenden Musik einem großen Auditorium zu präsentieren. Anspieltipps: „Lockdown“ und „Thornspikes“. (Photo © ub-comm)