Projekt Beschreibung

Woche 20/2020

Harrycane Orchestra

Dark Makam (Galileo MC)

Aus dem bayerischen Augsburg stammt das faszinierende Harrycane Orchestra um den Schlagzeuger und Komponisten Harry Alt und den türkischen Sänger Tarkan Yesil, die mit ihrer Mischung aus Jazz, orientalischen Rhythmen und arabischen Melodien nun bereits ihr zweites Album vorlegen.

Ihr erstes Album „Phosphorus“ veröffentlichte die Band 2017 und erhielt durchwegs positive Kritiken, die ihnen Konzerte in ganz Deutschland ermöglichten. Auch auf „Dark Makam“ geht es Harry Alt (dr), Tarkan Yesil (voc, perc), David Kremer (p, org, B3), Kay Fischer (sax, cl, fl), Giuseppe Puzzo (b) und Joe Aykut (Cümbüc, Oud) um die o.g. Mischung aus Jazz, orientalischen Rhythmen und arabischen Melodien.

Der Titel des Albums bezieht sich dabei auf die Bezeichnung für den Modus eines Musikstücks in der persischen Kunstmusik, und die Makams sind hauptverantwortlich für die Stimmung und Tonalität. Dark Makam bezieht sich auf die dunklen Töne und dusteren Klanggebilde. Harrycanes Musik versucht so einen Einblick in das innerste Seelenleben unserer Zeit anzubieten, in dem eine immer komplexere Welt in vielfältiger Weise auf uns einwirkt, und so zu unterschiedlichen Stimmungen und Verstimmungen führt.

Toleranz, Freiheit und Diversität als Grundprinzipien in der Weltanschauung der Musiker mit ihren unterschiedlichen Prägungen und kulturellen Identitäten sind in jedem Ton ihrer Musik zu spüren und treten in Konflikt mit der heute zunehmenden Bestrebung nach Vereinfachung, Ausgrenzung und Abschottung.

Die 8 Titel des Albums basieren dabei auf einer epischen Liedstruktur mit ausdefinierten kompositorischen Strukturen und viel (auch zeitlichen) Raum für impulsive Improvisationen. Über allem schwebt der emotionale türkische Gesang von Tarkan Yesil, der Geschichten vom verlorenen Paradies und dem Hadern mit der eigenen Existenz singt.

Zusätzlich hat die Band erstmals mit dem Leopold Mozart Streichquartett zusammengearbeitet, das den Sound der Band nochmals erweitert und ausgereifter erscheinen lässt und der Namenserweiterung „Orchestra“ und dem Ziel, aus dem Harrycane Orchestra einen immer größer werdenden Klangkörper zu machen, Rechnung trägt.

Durch die größtenteils live in einem Raum aufgenommenen Tracks ist das Ergebnis ungeheuer lebendig und dynamisch. Die dunklen Tonarten bestimmen das neue Jahrzehnt und „Dark Makam“ ist der Soundtrack dazu. Anspieltipps: Der über 10minütige Opener „Cara In Vain“ und „Dance“. (Photo © galileo mc)