On
Air
Jetzt live hören
Il Civetto / Facing The Wall2019-04-23T10:48:40+02:00

Project Description

il Civetto Cover Artwork - Photo: © ub-comm.de

Woche 17/2019

Il Civetto

Facing The Wall (Eastblok Music)

Il Civettos (der Eulerich) Reise begann 2010 in der Berliner U-Bahn: mittels 2Guerilla-Taktik“ für zwei Stationen den Waggon zum Beben bringen, die Security mit Döner bestechen – dann wieder weiter. In der Berliner Clubszene mit Auftritten im Kater Holzig, Ritter Butzke oder Sisyphos groß geworden und dann mit Furore in die Welt hinausgezogen.

Global Pop mit Tiefgang könnte man Il Civettos Musik nennen. Nach Erscheinen des Debütalbums vor drei Jahren ist die Fangemeinde stetig gewachsen. Es hat sich herumgesprochen, dass Il-Civetto-Konzerte mitreißend sind. Nach mehreren Deutschlandtourneen mit insgesamt mehr als 300 Konzerten, Auftritten beim MS Dockville, dem Fusion Festival, Montreux Jazz Festival, dem 3000° oder bei den Anti G20 Protesten in Hamburg, begeistert die Live-Präsenz der Band inzwischen auch ein internationales Publikum von Istanbul bis Kopenhagen.

Das zweite Album der Berliner Band ist in Marokko, Griechenland und Andalusien geschrieben, auf Englisch, Deutsch und Französisch gesungen und in Berlin aufgenommen worden – mit viel Liebe zum Detail haben Lars Löffler-Oppermann (sax, cl ), Leon Bollinger (perc, dr), Leon Keiditsch (voc, b) und Robert Kondorosi (g) ihre ekstatisch-magische Spielwiese von der Bühne ins Studio getragen.

Der Albumtitel „Facing the Wall“ steht für „in die Ecke gedrängt“ oder „an die Wand gestellt“ oder in den Worten von Sänger und Liedtexter Leon Keiditsch: „Wir leben in Zeiten des Umbruchs: Seehofer, Trump, Klimawandel. Unserer Generation wird langsam klar, dass sich nicht einfach alles zum Guten wenden wird. Wir müssen unsere Zukunft selbst in die Hand nehmen. Der titelgebende Song des Albums malt eine recht reale Dystopie, gegen die es sich lohnt zu kämpfen.“

Im Februar 2019 ist die SIngle „Tout Va Changer Demain“ digital veröffentlicht worden, ein Song, in dem Sänger Leon Keiditsch mantra-artig den Leitspruch wiederholt, dass sich morgen alles zum Besseren wenden wird. Am Ende weiß er allerdings genau, dass dies nichts weiter als eine schöne Illusion ist. „Viele von uns neigen dazu sich einzureden, dass die Welt morgen ein besserer Ort sein wird – und bleiben dabei untätig” meint er.

Zwar wird „Facing The Wall“ sicherlich nicht die Welt schlagartig verändern; den ein oder anderen Anstoß, sich aus der eigenen Trägheit zu verabschieden, bekommen die Hörer neben der mitreißenden Musik gewissermaßen „mitgeliefert“. Anspieltipps: „Lui Lui“ und „Sag mir Süßigkeiten“.

Photo: © ub-comm.de