Projekt Beschreibung

Woche 07/2020

Jana Herzen

Nothing But Love (Motéma Music)

Sängerin und Gitarristin Jana Herzen hat nicht sofort zur Musik gefunden, studierte zunächst in New York City Theaterwissenschaften und gründete die Manhattan Class Company, für die sie in Personalunion so ziemlich alles machte: Licht, Produktion, Pressearbeit, Regie und Schauspiel. Nach 10 Jahren zog es sie dann doch zur Musik; sie reiste nach Japan, Bali und Australien, traf dort andere Musiker und begann, selbst Songs zu schreiben. Als sie kein Label fand, gründete sie 2003 kurzerhand Motéma Music, um ihre Musik herauszubringen.

Heute ist Motéma ein hochgelobtes, in Harlem ansässiges, Plattenlabel mit Schwerpunkt auf virtuosem Jazz und Weltmusik, das sie nicht wie eine Firma, sondern wie eine Community betreibt. Musiker/innen wie Monty Alexander, Randy Weston, Geri Allen, Terri Lyne Carrington oder Gregory Porter fanden dort eine Heimat, Herzens Engagement wurde mit mehreren Grammys belohnt.

Dieser reichhaltige musikalische Background ist auch auf „Nothing But Love“, ihrem dritten Album zu hören. Jana Herzen spielt Gitarre und singt, wie der Titel vermuten lässt, über Liebe in unterschiedlichsten Varianten und Stimmungen. Lockere Reggae Grooves, irische Geigenklänge, poppige Harmonien und Rhythmen, Latin- oder Afro-Tempi und zwischendurch Songs, die eine erkennbare Liebe zum Werk Joni Mitchells durchscheinen lassen.

Kein Pop-Sternchen für die nächsten 48 Stunden also, sondern Songs und Musik, die ihre wirkliche Qualität mit dem zweiten, dritten, … Hören entfalten – unterstützt von einer exzellenten Band mit Charnett Moffett (b), Brian Jackson (p), Mark Whitfield (dr) und Scott Tixier (e-vl). Mit „Nothing But Love“ erreicht die Sängerin, Songwriterin und Gitarristin einen neuen Höhepunkt als Geschichtenerzählerin und Komponistin

Mit seinen Gegenüberstellungen von Isolation, Verlust und Melancholie, auch augenzwinkerndem Spaß, bietet das Album ein komplexes Porträt einer Kraft, die, in den Worten von Herzen, „die Welt in Bewegung bringt“. Anspieltipps: „Like A River“ und „On The Outside“. (Photo © chateau-du-pop)