Projekt Beschreibung

Woche 23/2020

Jasmin Tabatabai & David Klein Quintett

Jagd auf Rehe (Jadavi)

Sie ist eine der großen deutschen Fernseh- und Kinostars. Wenn die deutsch-iranische Schauspielerin Jasmin Tabatabai in der ZDF-Serie „Letzte Spur Berlin“ als Kommissarin Mina Amiri in einer Hauptrolle vor der Kamera steht, schauen regelmäßig Millionen zu. Der quotenstarke Publikumsrenner geht mittlerweile in die 9. Staffel und ein Ende ist nicht in Sicht.

Aber auch als Sängerin weiß die wandelbare Mimin zu begeistern. Ihr Gesangsdebut gab sie als Rockröhre im Erfolgsfilm „Bandits“, zusammen mit Katja Riemann und Nicolette Krebitz. Der Kultfilm hatte fast eine Million Zuschauer, der Soundtrack, der größtenteils aus Songs von Jasmin Tabatabai besteht, avancierte mit über 700‘000 verkauften Exemplaren nicht nur zum bestverkauften deutschen Soundtrack, sondern ist auch der meistverkaufte Soundtrack eines europäischen Kinofilms.

Für das Album „Eine Frau“, ihre erste CD als Jazz- und Chansonsängerin, wurde Tabatabai mit einem Echo-Jazz ausgezeichnet, und ihre packenden Liveauftritte reißen Publikum und Presse gleichermaßen mit. Von „Musik voller Zauber und Leichtigkeit“ ist da die Rede, von einer Sängerin, die „feinfühlig, stilsicher und pointiert Stimmungen erzeugt“ – die Süddeutsche Zeitung nennt Jasmin Tabatabai im einem Atemzug mit Marlene Dietrich und Hildegard Knef: „Es gibt diese Stimmen, die man sofort erkennt, sie haben einfach dieses gewisse Etwas, das sich auf ewig ins akustische Gedächtnis einbrennt“.

Jasmin Tabatabai und ihr musikalischer Partner, der Schweizer Musiker, Komponist und Produzent David Klein agieren auch mit ihrem neuesten Programm „Jagd auf Rehe“ und der Produktion ihrer dritten gemeinsamen CD getreu dem Motto Vielfalt ist das Zauberwort. Keine stilistische Grenze, die nicht gesprengt, kein Genre, das nicht erforscht wird.

So darf sich die Zuhörerschaft auf eine meditative Version von Schuberts „Ständchen“ freuen sowie auf radikale Neudeutungen von „River Man“ (Nick Drake) und „Why“ (Annie Lennox). Eine soulige Interpretation von „Sei mal verliebt“ (Hildegard Knef/Cole Porter) im Dreivierteltakt findet genauso ihren Platz wie „Schlafen gehen“, ein gänzlich unbekanntes Juwel des Burgschauspielers und Kinderbuchautors Martin Auer, Jasmin Tabatabais Komposition „Anymore“ oder David Kleins Vertonung des impressionistischen Textes „Zeit für Lyrik“ des Slam-Poeten Sebastian 23.

Ein Reinhard Mey-Song ist seit Tabatabais erster CD eine lieb gewonnene Verneigung vor dem legendären Berliner Liedermacher, dieses Mal ist er mit „Männer im Baumarkt“ vertreten. Selbst vor einem fast schon ketzerischen Cover des Beatles-Hits „Hey Jude“ machen Tabatabai und Klein nicht halt. Dass Tabatabai mit „La Rose“ auf Französisch und mit „Shekare Ahoo“ (Jagd auf Rehe) auf Persisch singt, versteht sich mittlerweile fast schon von selbst.

Die fragile Intimität, der launische Schalk und die mitreißende Spielfreude von Jasmin Tabatabai, die von Pianist Olaf Polziehn (Patty Austin), Bassist John Goldsby und Drummer Hans Dekker (beide WDR Big Band) auf Händen getragen, aber auch mit treibenden Grooves angefeuert und von Saxophonist David Klein sowie Gastsolist Bastian Stein an der Trompete mit expressiven Soli umschmeichelt wird, ist vom renommierten Klangmagier Daniel Dettwiler mit erlesenster Analog-Technologie in vollendeter Klangschönheit auf CD festgehalten worden.

In diesem reduzierten Format kommt Tabatabai rauchiges Timbre voll zur Geltung und die eigenwillige Begleitung des David Klein Quartetts, punktuell unterstützt von Adam Taubitz an der Violine und Basile Auslaender am Cello, verleiht ihren vielschichtigen Interpretationen eine zusätzlich herbe Note. Anspieltipps: „Anymore“ und „Nichts haut mich um“. (Photo © jadavi records)