Projekt Beschreibung

Woche 22/2021

Lucy Kruger & The Lost Boys / Transit Tapes

For Women Who Move Furniture Around (Unique Records)

Am 4. Juni wird die mittlerweile in Berlin lebende südafrikanische Künstlerin mit ihrer Band Lucy Kruger & The Lost Boys das nunmehr dritte Studioalbum „Transit Tapes (For Women Who Move Furniture Around)“ veröffentlichen, den Nachfolger von „Sleeping Tapes For Some Girls“ (9/2019).

Es war kurz nach Krugers Hochschulabschluss im Bereich der Künste an der Universität in Grahamstown (Südafrik), als sich ihr eigener Prozess der Musikproduktion formte und in einem ersten frühen Album resultierte. Mit ihrer feinfühligen künstlerischen Herangehensweise ähnelt ihre kreative Arbeit der einer Archäologin – hier wird auch den kleinsten Elementen genaue Aufmerksamkeit geschenkt, um das große Ganze besser verstehen zu lernen.

Sei es die mittlerweile zu einem Ende gekommene Zusammenarbeit als Duo Medicine Boy mit André Leo oder ihr Solowerk – Kruger wählt einen stets ruhigen und bedachten Weg, um ihr musikalisches Universum zu schaffen, das ihre Hörerschaft auch noch nach unzähligem Hören fasziniert.

Lucy Kruger, die sich bei Medicine Boy sonst hinter einem pralleren Sound verschanzte, verfährt als Solistin ganz nach dem Motto “Weniger ist mehr”, wenn sie ihre eigene Person und individuelle Erfahrungen in den Mittelpunkt ihrer oft skizzenhaften Aufnahmen rückt. Auf „Transit Tapes“ verarbeitet und dokumentiert die Wahlberlinerin zutiefst persönliche Themen mit dem Versuch, nicht mehr über alles die Kontrolle haben zu müssen, sondern sich auf der Suche nach Raum und Bewegung treiben zu lassen.

Auf beeindruckende Art und Weise schafft sie dabei Klangwelten, die, so zerbrechlich wie einnehmend, das Gleichgewicht zwischen ihrer sanften Stimme und surreal klingenden, mitunter „ausbrechenden“ Gitarrensounds kreieren. Ganz nah an die Hörenden herangetreten, will Lucy Kruger mit „Transit Tapes“ eine Brücke zwischen Nachdenklichkeit und den inneren und äußeren Ausformungen des Lebens spannen – das ist ihr mit diesem faszinierenden Album exzellent gelungen. Anspieltipps: „Evening Train“ und „A Window“. (Photo © popup records)