Project Description

Foto: © Broken Silence

Woche 37/2019

Malted Milk

Love, Tears & Guns (Blues Production)

Hinter dem eher unscheinbaren Cover-Artwork des Albums „Love, Tears & Guns“, das auf dem bandeigenen Label erscheint, verbirgt sich ein kleines Juwel für alle Freunde von elegant und modern produziertem und dennoch beseeltem Soul, Rhythm’n’Blues und Funk.

Das bretonische Septett Malted Milk hat 22 Jahre Banderfahrung, viele hundert Konzerte weltweit gespielt und ist oft auch in Deutschland (vor allem im Südwesten) zu sehen/hören gewesen. Anfang 2020 kommen sie wieder in die Republik, zuvor müssen sie mit dem neuen Album aber ihre Heimat bespielen, wo sie sich seit 10 Jahren zu einem sehr erfolgreichen Top-Act hochgearbeitet haben.

Nach dem Robert Johnson-Songklassiker von 1937 benannt, gründete Sänger Arnaud Fradin die Band 1997 in Nantes zunächst als akustisches Duo, das sich der Delta Blues-Tradition verschrieb. In den Folgejahren erreichten Malted Milk bald Quintett-Stärke und entwickelten sich in Richtung Chicago-Blues weiter. Die Freundschaft zu US-Soulsänger Karl W. Davis führte außerdem dazu, dass Bläser zum dauerhaften Bestandteil der Band wurden – die Brücke vom Rhythm’n’Blues zum Soul und Funk im Stil der 60er und 70er war damit errichtet.

Seit ihrem dritten Album „Sweet Soul Blues“ (2009) waren die Musiker reif für den großen Durchbruch, spielten seitdem hunderte von Shows nicht nur in Frankreich, auch in den USA und ganz Europa. Fünf Jahre nach ihrem letzten Studioalbum „Malted Milk & Toni Green“ und dem Livealbum „On Stage Tonight!“ präsentieren die Bretonen nun auf „Love, Tears & Guns“, elf brandneue Songs, auf denen sie mit topmoderner Produktion und schwelgerischen, fast cineastischen Arrangements die musikalischen Stationen ihrer Karriere ausgesprochen nonchalant zusammenführen.

Unterstützt von glänzend arrangierten und gespielten Blechbläsern und nach fast 22 gemeinsamen Jahren perfekt aufeinander eingespielt, bewegen sich Malted Milk – Arnaud Fradin (voc, g), Igor Pichon (b), Richard Housset (dr), Damien Cornelis (p), Maxime Genouel (g), Pierre-Marie Humeau (tp) und Vincent Aubert (trb) – leichtfüßig und musikalisch sehr überzeugend vom Rhythm’n’Blues zum Soul und weiter zum Funk, schaffen dabei sehr unterschiedliche, eingängige, mitreißende und nicht zuletzt hochmelodische und tanzbare Songperlen. Anspieltipps: „Pay Day“ und „Some Tears You Need To Shed“. (Photo © Broken Silence)