Projekt Beschreibung

Woche 07/2021

Mario Biondi

Dare (Beyond S.r.l. / o-tone music)

Seit seinem Debüt-Album „Handful of Soul“ (2006) spannt der italienische Funk- und Soul-Crooner Mario Biondi mit seiner dunklen, rauchigen Stimme den Bogen vom Broadway-Swing über R’n’B bis hin zu Soul und Blues.

Zu seinen Idolen gehören Lou Rawls, natürlich Isaac Hayes und auch Al Jarreau, der wie Chaka Khan auf seinem legendären Album „Sun“ von 2013 als Stargast mitwirkte. Produziert wurde dies übrigens von Jean-Paul „Bluey“ Maunick (Incognito), ja ebenfalls ein Liebhaber und Verfechter dieser süffigen Sounds aus den 70ern.

Und das nennt man dann wohl perfektes Timing: Mario Biondi hat sich zu seinem 50. Geburtstag (28.01.) das wichtigste Geschenk gleich selbst auf den Gabentisch gelegt – am 29. Januar erschien sein neues Album „Dare“, dass, so Biondi in einem Interview, die wichtigsten musikalischen Stationen seiner Karriere noch einmal Revue passieren lässt – allerdings alles andere als ein „Best of …“- Album ist..

Auf „Dare“ finden sich neue Songs, eingespielt mit alten Freunden und Wegbegleitern. Die Jazz-Finnen vom High Five Quintet erinnern gleich zum Einstieg an das famose „Handful Of Soul“ Album, mit dem 2006 (s.o.) die Stimme Biondis erstmals in den Charts auftauchte.

Außerdem sind auch die Beteiligungen von Mario Biondi am Gelingen diverser Songs aus den Zeiten mit „Incognito“ zu nennen, da ist nachvollziehbar und als durchaus gelungene Reminiszenz zu sehen (hören), dass auf „Dare“ auch Platz für zwei neue mit Incognito eingespielte Songs ist.

Ein weiterer überzeugender Titel auf dem Album ist Biondis Version von „Someday We’ll All Be Free“, gemeinsam mit dem Spiritual Trio von Fabrizio Bosso eingespielt, dessen Trompete in perfektem Kontrast mit der Stimme von Mario Biondi erklingt, der neben der für ihn typischen druckvollen Intonation auch in eher ruhigen Passagen zu überzeugen weiß – auch in der Zusammenarbeit mit dem Trio der Stuttgarter Pianistin und Sängerin Olivia Trummer bei „Give Our Love Another Chance“, feinste Balladen-Kost zwischen Pop und Jazz.

Das neue Album des in Catania geborenen sizilianischen Sängers klingt nach purem Soul und Soul-Jazz. Rhythmisch einschmeichelnder Sound, kombiniert mit der gefühlvollen, einzigartigen Stimme Mario Biondis, machen „Dare“ zu einem exzellenten Hörerlebnis. Anspieltipps: „Someday We’ll All Be Free (feat. Fabrizio Bosso Spiritual Trio)“ und „Cantaloupe Island“. Einziger Wermutstropfen: Biondis Version von „Strangers In The Night“ hätte es nicht gebraucht – kommt etwas über-ambitioniert daher, aber die Geschmäcker … (Photo © Beyond S.l.r / o-tone music)