Projekt Beschreibung

Woche 25/2021

Marion & Sobo Band

Histoires (GLM)

Mal zart und charmant, mal zupackend oder zungenbrecherisch ist ihre Stimme; der Klang hauchend, fast flüsternd, dann vergnügt trällernd oder expressiv und sehnsuchtsvoll. Die Franko-Amerikanerin Marion singt von tanzenden Drachen, vom Sprung ins kalte Wasser und Badewannen voller Bier, aber auch von Tränen und Träumen, von Liebe, Lust und Leid, von Freude und Fantasie. Geschichten, erzählt in sechs verschiedenen Sprachen – vom eleganten Französisch bis hin zum märchenhaften Romanes.

Ebenso bunt und vielfältig ist die musikalische Sprache der Band, die vor allem vom Gypsy Swing „à la Django“ geprägt ist: exzellente Gitarren-Soli und erstaunliches Geigenspiel neben kraftvollem Kontrabass und dem perkussiven Off-Beat der Rhythmusgitarre.

Dazwischen aber werden immer wieder auch andere Töne hörbar. improvisierte Passagen, leise Klangbilder und impressionistische Momente; etwa die Violine im Dialog mit der Singstimme, warme Basstöne, mit dem Bogen gestrichen, luftige und intime Gitarren-Spielereien und auch Anklänge an die Chanson-Tradition oder an Balkan-Rhythmen. Jeder Song folgt seiner eigenen erzählerischen und musikalischen Dramaturgie.

Mit „Histoires“ präsentiert das französisch-deutsch-polnische Quintett Marion & Sobo Band ein lebendiges und zugleich verspieltes Album voller Fantasie, Humor und bunter Musikfarben. „Histoires“, französisch für Geschichten, und die Marion & Sobo Band hat einiges zu erzählen. Neben ihren Eigenkompositionen hat die Band zwei bekannte Stücke arrangiert, „Ménilmontant“ und „Ederlezi“ als Hommage an ihre musikalischen Wurzeln in West- und Ost-Europa zwischen dem französischen Swing der 30er und den traditionellen Balkan-Melodien.

Geboren aus der Begeisterung für das Reisen und für Sprachen kreiert die Band ihren eigenen modernen Stil aus vokalem Gypsy Jazz, globaler Musik und Chanson. Dabei handelt es sich nicht um das bloße Aneinanderreihen kultureller Versatzstücke, sondern um gefühlte lebendige Realität: Die Musiker sehen sich als Bürger Europas und der Welt.

Das Herz der Bonner Band sind die franko-amerikanische Sängerin Marion Lenfant-Preus und der polnische Gitarrist Alexander Sobocinski, genannt Sobo. Er stammt aus Polen und sie verbrachte ihre Kindheit und Jugend in Frankreich. Auf einer Jazz-Session in Bonn lernten sich die zwei vielgereisten Musiker kennen. Seitdem folgen sie gemeinsam – mit Stefan Berger (b), Frank Brempel (vio), Jonas Vogelsang (g) – der Idee, Musik über Schubladen hinweg zu kreieren, und zwar für ein kultur- und generationsübergreifendes Publikum. Anspieltipps: „Journal“ und „Licht im Dunkeln“. (Photo © uk-promotion)