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Nguyên Lê Quartet / Streams2019-02-25T11:15:07+00:00

Project Description

Nguyên Lê Quartet - Photo: © ACT

Woche 09/2019

Nguyên Lê Quartet

Streams (ACT)

Nguyên Lês Musik befindet sich im ständigen Wandel. Der französische Gitarrist mit vietnamesischen Wurzeln gilt als herausragender Musiker, der auf spannende und bahnbrechende Weise den Jazz mit weltmusikalischen (insbesondere asiatischen) Einflüssen kombiniert.

„Streams“ setzt diese Tradition fort, ist aber durchaus radikaler als viele seiner World-Jazz-Projekte zuvor. Nguyên Lê bewegt sich hier nicht (wie so häufig) im Kontext eines exotischen, ethnischen Instrumentariums; vielmehr sucht er mit einem Jazz-Quartett nach neuen Klängen, die in traditionellen Kulturen verwurzelt sind und erforscht die vielfältigen Dimensionen der Fusion von Jazz und indigener Musik als Nährboden für Komposition und Improvisation.

Das Ergebnis ist ein musikalischer Fluss verschiedenster kultureller Strömungen und Musikkonzepte, die durch Nguyên Lê filigran und synergetisch vereint werden, wodurch ein „neuer“ Sound entsteht. „Jedes meiner Alben ist das Gegenteil von dem, was ich zuvor gemacht habe, jedes hat eine eigene Geschichte“, sagt Lê.

Auf dem Album findet sich mehr Jazz als bei früheren Projekten – in Lês persönlicher Definition des Wortes. Er möchte auch zeigen, wohin ihn seine musikalische Reise gebracht hat: verschiedenste kulturelle Eigenarten haben sich in sein Spiel integriert. „Ich bin eine personifizierte Fusion der Kulturen“, sagt Lê und so gelingt es seinem Quartett – mit dabei Illya Amar (Vibraphon), Chris Jennings (Bass) und John Hadfield (Drums) – komplizierte Polyrhythmen und Klänge anderer Kulturen ganz „natürlich“ in den Jazz einfließen zu lassen, ohne mathematisch oder aufgesetzt zu klingen.

Denn der Fokus liegt auf den Melodien des Albums. Offenheit und Spontanität sind für Nguyên Lê die wesentlichen Elemente des Jazz: „Ich glaube, dass sich eine neue Welt der Inspiration zwischen Tradition und Moderne, zwischen Ost und West und Nord und Süd eröffnet. „Streams“ ist die Realisierung dieser Idee“. Anspieltipps: „Subtle Body“ und „Coromandel“. Photo: © ACT