Project Description

Woche 32/2019

Ranky Tanky

Good Time (Resilience Music Alliance)

Die Band Ranky Tanky aus Charleston im US-Bundesstaat South Carolina ist fest verankert in der Musiktradition ihrer Heimat. Das sind zuallererst Gospel, Spirituals und Blues, ihre Passion aber gilt der Gullah-Musik. Die Musiker kommen aus der Jazz-Szene, versierte Musiker also, die Gullah-Musik für sich weiter bearbeitet haben. Sie respektieren die Kultur der Kreolen, ihrer Heimat, mischen sie aber mit Funk und Jazz, und sind so die erste und einzige Band, die Gullah-Musik international präsentiert – traditionelle Gullah-Musik mit feinster Jazznote.

Gullah-Musik ist aber nicht nur Musik, sondern auch Kultur. Eine kreolische Kultur, die ihren Ursprung in den Nachfahren versklavter Afrikaner hat, entstanden in den Reisanbaugebieten an der Küste der US-Bundesstaaten Georgia und South Carolina im Südostens der USA. Angelehnt an den Rhythmus der Worksongs, die die afrikanischen Sklaven während ihrer Arbeit auf den Plantagen begleiteten. Sie sangen, um Unfälle zu vermeiden, das Arbeitstempo zu halten und um die öde Monotonie der Arbeit zu ertragen. Energischer Ruf- und Antwortgesang. Geklatsche und Gestampfe

Diese musikalische Tradition wird von Ranky Tanky wieder zum Leben erweckt, versehen mit einer gehörigen Dosis von Jazz, Gospel, Funk und R&B. Der Trompeter Charlton Singleton, der Gitarrist Clay Ross, der Bassist Kevin Hamilton und der Schlagzeuger Quentin Baxter arbeiteten ursprünglich in den späten 90er Jahren als gefragtes Jazzquartett in der Charleston-Szene zusammen, bevor sie als freiberufliche Musiker mit Namen wie Houston Person, Freddy Cole, Cyro Baptista und René Marie arbeiteten, sich dann aber wieder auf ihre Wurzeln besannen und die Tradition der mit ihrer Jazzerfahrungen vermischten.

Ein „Glücksfall“ ist sicher Sängerin Quiana Parler, eine der gefragtesten Stimmen im South Carolina Low-Country, die durch eine Top-Platzierung in der erfolgreichen TV-Show „American Idol“ von Clay Aiken entdeckt wurde, mit dem sie sieben Jahre lang national tourte, aber auch mit Kelly Clarkson und Miranda Lambert aufgetreten ist. Ihr dynamischer Gesang war/ist gewissermaßen das I-Tüpfelchen auf dem Sound von Ranky Tanky.

Nach dem erfolgreichen selbstbetitelten Debüt-Album (2018) ist nun mit „Good Time“ ein exzellentes Nachfolge-Werk erschienen, das die Band gerade erst bei einigen Konzerten in Deutschland vorstellen konnte, u.a. im Haus der Kulturen in Berlin oder Anfang Juli beim TFF Rudolstadt. Zu hören sind auf dem Album abwechslungsreiche 12 Songs, die eine Idee davon vermitteln, mit welcher Energie Ranky Tanky ihren Mix aus Tradition und neuen Klängen bei Live-Konzerten präsentieren. Von dieser Musik und deren Rhythmus nicht fasziniert zu sein, dürfte selbst dem eingefleischtesten Bewegungsmuffel schwerfallen. Anspieltipps: „Freedom“ und „Sometime“. (Photo © Martina Weinmar I Promotion)