Project Description

Ray Lema - Foto: © one drop

Woche 31/2019

Ray Lema

Transcendance (One Drop/Broken Silence)

Ray Lema wurde 1946 im damaligen noch kolonialen Belgisch-Kongo geboren, dessen Befreiung er als 14-jähriger miterlebt hat. Schon als Kind ist sein außergewöhnliches musikalisches Talent erkannt worden. Der Musiker, Komponist, Arrangeur und Produzent erlernte zunächst diverse Tasteninstrumente, Gitarre und Schlagzeug, war dann in Kinshasas Clubmusikszene (u.a. Papa Wemba) aktiv.

Später wurde Direktor des Nationalballetts des mittlerweile in Zaire umbenannten zentralafrikanischen Staates, bereiste das ganze Land, um traditionelle Musiker und lokale Stile zu entdecken und sie zur Präsentation der Vielfalt und des kulturellen Reichtums als Musiker an das Ballett zu bringen .

Wegen Schwierigkeiten unter Diktator Mobutu Ende der 70er Jahre musste Ray Lema seine Heimat verlassen. Er übersiedelte dank eines Rockefeller-Stipendiums in die USA, wo er auch sein erstes Album „Koteja“ einspielte. Die Diskografie des seit 1983 in Paris lebenden Multitalents umfasst bis heute über 20 Alben, er feiert/e seit den 80er Jahren außerdem große Erfolge als „World Music“-Artist und arbeitete mit zahlreichen internationalen Größen wie Stewart Copeland, Joachim Kühn, Manu Dibango oder Archie Shepp zusammen. 2003 wurde Lema mit dem renommierten Django d´Or-Preis geehrt

Nach seinem mit dem französischen Pianisten Laurent De Wilde eingespielten Pianoduo-Album „Riddles“ (2016) demonstriert der mittlerweile 73-jährige Multiinstrumentalist Ray Lemon auf seinem neuen Album, überwiegend am Piano und in einer Sextett-Formation – Ray Lema (p, voc), Rodrigo Viana (g), Irving Acao (ts), Sylvain Gontars (tp), Michel Alibo (b), Nicolas Viccaro (dr) und als Gäste Fredy Massamba und Jocelyn Mienniel (fl) – die Vielfalt der Einflüsse seiner gesamten Musikkarriere:

Auf „Transcendance“ sind neun überwiegend instrumentale Songs zu hören, die in perfekter Interaktion der Musiker Rhythmus und Melodie in Einklang bringen, dabei den Jazz als Grundlage nehmend zahlreiche Einflüsse, von klassischem Soul und Funk über Rock bis hin zu den vielfältigen Musikstilen aus Lemas afrikanischer Heimat zu einem wunderbaren Klangkosmos verbinden. Mit Bass, Schlagzeug, Trompete und Saxophon sowie traditionellen Flöten präsentieren die Musiker ein abwechslungsreiches und lyrisches Album, das komplett unter Livebedingungen im Studio eingespielt wurde. Anspieltipps: „Sin“ und „Zoukissa“. (Photo © one drop)