Projekt Beschreibung

Photo © Lydia Liebman Promotions

Woche 10/2020

Robin McKelle

Alterations (Doxie Records)

Von der New Yorker Sängerin Robin McKelle mit aktuellem Wohnsitz Paris darf man musikalisch so ziemlich alles erwarten, weil sie so ziemlich alles kann, was sie auf ihren bisherigen acht Alben, von denen jedes mit einer anderen musikalischen Farbe daherkommt, eindrucksvoll demonstriert. Für ihr neues Album hat die Musikerin mal wieder fremdkomponierte Lieder zusammengestellt, dieses Mal aber alle in einen eher dem Jazz zugewandten Kontext gebracht.

Auf “Alterations” interpretiert die 43-jährige mit der “kraft- und ausdrucksvollen Altstimme” (Blues & Soul) Lieblingslieder der singenden Songwriterinnen, die sie inspiriert und bewegt haben – von Dolly Parton über Amy Winehouse, Janis Joplin, Carol King, Billie Holiday, Joni Mitchell, Adele und Lana Del Ray bis Sade – ihr bis dato vielleicht persönlichstes Werk.

“Nachdem ich einige Alben mit eigenen Stücken aufgenommen hatte, wollte ich jetzt ein Album mit Cover-Versionen aufnehmen”, sagt Robin McKelle. “Schon weil ich mich auf meinen Gesang konzentrieren wollte. Meine erste Leidenschaft war das Singen, die Interpretation von Musik und Texten. Ich denke, das hat mit meinem Jazz-Hintergrund zu tun. Aber ich bin auch eine Geschichtenerzählerin und Songwriterin. Schon deshalb wähle ich Lieder aus, die mich wirklich angesprochen haben und ein Gefühl und eine deutliche Emotion hervorrufen. Ich glaube, ich habe diese Songs aus der Klangwelt entfernt, in der sie bisher gelebt haben, in der wir sie kennengelernt haben, und dadurch neue und andere Musik geschaffen.”

Jedes Lied auf “Alterations” ist in Sound und Stimmung unterschiedlich: Die Verzweiflung von Lana Del Rays “Born to Die”, die Sehnsucht in ihrer Version von Adeles “Rolling In The Deep” oder die ungezügelte Freude von Dolly Partons Affären-Absage “Jolene” – Robin McKelle wechselt nahtlos zwischen den Emotionen jedes Songs. Und macht sich jeden zu eigen.

Es mögen nicht ihre Kompositionen sein, aber ihre Geschichten, ihre Interpretationen sind es, eingespielt mit einer exzellenten Band (Pianist Shedrick Mitchell und Bassist Richie Goods bedienen ihre Instrumente entweder rein akustisch, oder auch elektrisch verstärkt, Schlagzeuger ist Charles Haynes und an der Gitarre ist Nir Felder zu hören – als Gäste dabei: Saxophonist Keith Loftis und Trompeter Marquis Hill)

“Head High”, ihre einzige Eigenkomposition ist Robin McKelle‘s Hommage an die Sängerinnen und Songwriterinnen, die vor ihr kamen. “Es geht um die Macht, die eine Sängerin hat. Die Kraft, Menschen mit ihrer Lyrik und ihrem Lied zu bewegen. Furchtlos zu sein. Die Gefühle der Menschen berühren. Um etwas zu verändern.” Veränderung – ein großes, vielleicht das Thema für Robin McKelle. Wenn man Veränderungen, also “Alterations” schafft, entsteht Raum für Wandel in der Welt und in sich selbst. Anspieltipps: „Head High“ und „Don’t Explain“. (Photo © Lydia Liebman Promotions)