Project Description

The-KutiMangoes - Foto: © ub-comm.de

Woche 38/2019

The KutiMangoes

Afrotropism (Tramp Records)

Ihr erstes Album „Afro-Fire“ (2014) gewann gleich den Preis für das „Best World
Music-Album“ bei den Danish Music Awards (auch als Danish Grammys bekannt) und der international rotierende Titeltrack „Fire” den Preis als „Best World Music Track“. Nominierungen gab es zudem in den Kategorien „Best Compositions“ und „Best Alternative Jazz Album“. Festivaleinladungen nach Afrika und Asien, Nordamerika und in viele europäische Länder, Showcases bei der jazzahead!, der Womex, dem Spot- und dem Reeperbahnfestival sowie ausgiebige Clubtourneen folgten.

Für „Made In Africa“ (2016) machten sich die Musiker auf den langen, aber lohnenswerten Weg nach Mali und Burkina Faso. Dort entstand ein Album, das sowohl auf traditionellen Folksongs basiert wie auch neue Kompositionen enthält. Das Magazin „Jazz Thing“ lobte damals die “Vielfalt der Stile”, die die Band “in ihre Grooves implementier[t]”. Und auch dieses Album wurde für zwei Danish Music Awards nominiert, und der während ihrer Reise von Regisseur Anders S. Jepsen gedrehte Dokumentarfilm „Bamako Play“ gewann beim New York Jazz Film Festival den Preis für die „Best mixed-genre documentary”.

Waren „Afro-Fire“ und „Made In Africa“ geprägt von der Suche nach den spirituellen Wurzeln in der westafrikanischen Musik und der Frage, welchen Einfluss sie über Blues, Jazz und Soul auf die eigene, in Dänemark verwurzelte Erlebniswelt haben, treibt das neue Album „Afrotropism“ (VÖ 13.9.2019) – wenn man so will – die Blüten dieser ersten beiden Entdeckungsreisen aus. „Tropismus“ beschreibt im Übrigen laut Duden eine „durch äußere Reize verursachte Bewegung von Teilen festgewachsener Pflanzen oder festsitzender Tiere auf die Reizquelle hin oder von dort weg“.

Dem Chemo-, Foto-, und Geotropismus stellen The KutiMangoes den Afrotropismus zur Seite: inspiriert von westafrikanischer Bambara-Tradition und dem Groove des Mali-Blues entwickeln die Musiker auf der Grundlage des Jazz und ihrer nordischen, gerne mit einem gehörigen Schuss Melancholie ausgestatteten Kompositionen eine eigene, global verbundene Musik, spielen mit feinen Synthesizern, Soundkollagen und elektronischen Effekten, ohne dabei den Blick auf treibende Grooves, schwelgende Melodien, dichte Atmosphäre und nicht zuletzt die exzellente künstlerische Technik der sechs Musiker zu verlieren.

Stärker noch als schon bisher verleiht das dritte Album, wie schon die Vorgänger komplett vom Ensemble selbst produziert, dem grundsätzlichen Anliegen der Musiker – Gustav Rasmussen (trb, g), Michael Blicher (sax), Aske Drasbæk (sax), Johannes Buhl (keys), Casper Mikkelsen (dr), Magnus Jochumsen (perc) – Ausdruck, kulturelle Grenzen zu überwinden und Gemeinsamkeiten zu finden. Anspieltipps: „A Snake Is Just A String“ und „Thorns To Fruit“. (Photo: © ub-comm.de)