Projekt Beschreibung

Woche 09/2022

Tokunbo

Golden Days (in-akusik)

Tokunbo Akinro startete ihre Musikkarriere 1998 als Mitglied der Soul-Akustik-Band Tok Tok Tok, mit der sie 13 Alben veröffentlichte, die neben exzellenter/m Musikalität und Songwriting mit einer ebenso exzellenten klanglichen Qualität überzeugen – eine Reihe von Songs fanden den Weg auf diverse Sampler, mit denen nicht nur HiFi-Freaks die Qualität ihrer Anlage testen. Eine 15jährige sehr erfolgreiche Bandgeschichte also, die 2013 dann endete, auch „um neue künstlerische Wege zu gehen“.

Die in Hannover lebende Musikerin, Songschreiberin, Komponistin startete ihre Solokarriere also durchaus mit „ganz großen Schuhen“, natürlich wurde ihr künstlerischer Output von den „Tok Tok Tok-Fans“ mit Spannung erwartet. Aber schon mit dem Solo-Debüt war klar, dass die künstlerische Tradition der vergangenen 15 Jahre auch in „Queendom Come“ (2014) bei aller Eigenständigkeit weiterlebt.

Aber spätestens mit „The Swan“ (2018) zeigte sich, dass Tok Tok Tok eine zwar erfolgreiche, aber eben doch auch Geschichte ist – Tokunbo hat sich damit endgültig nicht nur in der Republik als Solokünstlerin etabliert. Nun also gibt es mit „Golden Days“ (VÖ 25.2.2022) das dritte Soloalbum und das hat es durchaus in sich, überrascht sicherlich nicht nur den Rezensenten. Das Album präsentiert eine wunderbare Künstlerin, die sich gewissermaßen neu erfunden hat, ohne das Alte komplett über Bord zu werfen.

Es ist ein luftiges, sehr leichtfüßig daherkommendes Album, das sich zwischen Folk, Country, Singer-Songwriting, Pop, Soul und Jazz bewegt. Die zusammen mit Gitarrist Ulrich Rode und Schlagzeuger Matthias Meusel von Tokunbo komponierten und von ihr ganz allein getexteten elf Songs bieten der Sängerin die perfekte Plattform für ihre warme soulige Stimme, die sie nie ausreizt, sie immer „im Dienste“ des Songs einsetzt. Die Tochter eines Nigerianers und einer Deutschen setzt auf einen entspannten Erzählton beim Singen ihrer Geschichten. Die melodischen, akustisch gehaltenen Arrangements der Songs bieten dafür den genau passenden Rahmen.

Es ist auch ein Album geworden, das es wenig leichter macht in diesen seltsamen, alles andere als „goldenen“ Zeiten emotional zu überleben. Mit „Golden Days“ legt Tokunbo ihr vorläufiges Meisterwerk vor. Anspieltipps: „Forgive“ und „Home Again“. (Photo © Anne De Wolf)