Damit hätte wohl niemand gerechnet: In Thüringen wurde der FDP-Landeschef Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten gewählt – mit den Stimmen von CDU, FDP und AFD. Bei der Landtagswahl am 27. Oktober hatte Bodo Ramelows rot-rot-grüne Regierung die parlamentarische Mehrheit verloren. Sein Kabinett blieb aber geschäftsführend im Amt. Ramelow hatte gehofft, im dritten Wahlgang mit einer relativen Mehrheit als Ministerpräsident bestätigt zu werden. Hätte die AfD ihren eigenen Kandidaten im dritten Wahlgang unterstützt, wäre das auch gelungen. Jetzt ist das Chaos perfekt. Und die Wut ist groß: Kurz nach Bekanntgabe des Ergebnisses fanden nicht nur in Erfurt erste Protestdemos statt. Viele sprechen von einem Tabubruch. Der Braunschweiger SPD-Vorsitzende und Landtagsabgeordnete Christos Pantazis nennt es einen Sündenfall. Nicole Beyes hat mit ihm gesprochen.

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