Filmtipps

Empfehlungen aus der Okerwelle-Redaktion

Filmtipp: „Weißer weißer Tag“

„An Tagen, an denen alles weiß ist, so dass Himmel und Erde miteinander verschmelzen, können die Toten mit den Lebenden reden“, lautet ein isländisches Sprichwort.

Der ehemalige Polizist Ingimundur hat seine Frau bei einem Verkehrsunfall verloren. Als er eine Kiste mit Sachen von ihr findet, zweifelt er daran, sie wirklich gekannt zu haben. „Weißer weißer Tag“ ist das packende Drama eines Mannes, der sich nach dem Tod seiner Frau in eine Besessenheit steigert, die ihn zu vernichten droht

Filmtipp: „Intrige“

Nicht das Opfer, Alfred Dreyfus, steht im Mittelpunkt von Roman Polanskis Film „Intrige“. Oberstleutnant Marie-Georges Picquart, dem späteren Geheimdienstchef, kommen Zweifel an der Schuld von Dreyfus. Entgegen seines Befehls, die Sache nicht zu verfolgen, ermittelt Picquart weiter und gerät in ein gefährliches Labyrinth aus Verrat und Korruption, das nicht nur seine Ehre, sondern auch sein Leben in Gefahr bringt.

Polanskis Film ist ein Kommentar auf aktuelle antisemitische Ressentiments, wie sie derzeit in ganz Europa zu beobachten sind. „Mit Intrige ist Polanski ein gesellschaftlich hoch relevanter Film gelungen, der aufzeigt, wie wichtig es ist, in einem System die Stimme gegen Unrecht zu erheben – auch wenn man selbst Teil des Systems ist.“ (FBW – Deutsche Film- und Medienbewertung)

Filmplakat NFP Verleih

Filmtipp: „Sorry we missed you“

„Menschlichkeit und Marktwirtschaft sind nicht kompatibel.“, sagt Regisseur Ken Loach, der in seinen sozialkritischen Filmen immer wieder Leistungsdruck und Ausbeutung anprangert. Doch auch Nächstenliebe, Kampfgeist und Zusammenhalt sind Thema seiner Filme, die trotz allem auch mit Humor aufwarten. „Sorry we missed you“ porträtiert eine Familie, die sich abstrampelt und doch unterzugehen droht.

Filmplakat: Neue Visionen

Filmtipp: „Vom Gießen des Zitronenbaums“

Seit über zwei Jahrzehnten bereichert Elia Suleiman das Kino der Welt mit seinen magischen und zugleich verstörenden Filmen. In seinem aktuellen Film „Vom Gießen des Zitronenbaums“ ist er beides – Protagonist und Erzähler. Er staunt über Alltägliches, Feindseligkeit und Egoismus begegnet er mit stillem Spott, feinem Humor und absurden Szenen, die großes Vergnügen bereiten.

Filmplakat DCM Filmdistribution

Filmtipp: „Lindenberg! Mach dein Ding“

Vor ein paar Jahren wurde er 70 Jahre alt und hat wie kein anderer deutscher Musiker der Nachkriegsgeneration Geschichte geschrieben. Er war am Schlagzeug, als die Tatort-Titelmelodie erfunden wurde. Er rockte in deutsch, als es nur deutsche Schlager gab und schlug immer wieder Brücken zwischen Ost und West, als die Mauer Deutschland noch unversöhnlich teilte. Für seine Verdienste und sein Engagement gegen die deutsche Teilung erhielt Lindenberg 2019 den Bundesverdienstorden.

Nun kommt mit „Lindenberg! Mach dein Ding“ ein Film über die frühe Kindheit bis zum Durchbruch in die Kinos.

Filmplakat: Universal Pictures Germany

Filmtipp: „Queen & Slim“

Ein erstes Date: Queen und Slim sitzen im Diner, sie essen, quatschen zusammen, und dann will er sie nach Hause fahren. Doch ein kleiner, unbedachter Schlenker mit dem Auto setzt Ereignisse in Kraft, die einem weißen Europäer unglaublich erscheinen, für einen schwarzen Amerikaner jedoch allzu real sind. Plötzlich sind zwei unbescholtene Bürger auf der Flucht, denn die Anwältin Queen weiß nur zu genau, was Schwarzen blüht, wenn sie sich der Polizei stellen.

Filmplakat: entertainmentOne

Filmtipp: „Judy“

Vor genau 80 Jahren wurde das „kleine Mädchen mit der großen Stimme“ als Dorothy in „The Wizard of Oz“ zum gefeierten Kinderstar und avancierte zu einer der beliebtesten Bühnen-Ikonen aller Zeiten: Judy Garland, die Grande Dame Hollywoods.

JUDY ist der Blick hinter die Kulissen einer großen Karriere im kompromisslosen Rampenlicht des Showbusiness und zeigt eine Frau zwischen Stolz und Verletzlichkeit, der Sehnsucht nach Anerkennung und überbordender Lebensfreude.

Filmplakat: Neue Visionen

Filmtipp: „Der geheime Roman des Monsieur Pick“

„Die letzten Stunden einer großen Liebe“ – so heißt ein Buch, das eine junge Verlegerin entdeckt hat, und zwar in einer kleinen Bibliothek auf einer bretonischen Insel. Dort sind alle Bücher untergebracht, die von Verlagen abgelehnt wurden. Das Buch wird nun doch noch veröffentlicht – und ein Bestseller, geschrieben von dem unbekannten Pizzabäcker Henri Pick, der vor zwei Jahren verstorben ist. Seine Witwe kann sich aber nicht erinnern, dass ihr Mann jemals geschrieben hätte – und der bekannte Literaturkritiker Jean-Michel wittert prompt einen Betrug. „Der geheime Roman des Monsieur Pick“ läuft zur Zeit im Universum Filmtheater Braunschweig.

Filmplakat: (c) Universal Pictures Germany

Filmtipp: „Der Leuchtturm“

Ort der Handlung ist ein entlegener Leuchtturm-Außenposten an der Küste Neuenglands. Auf dieser einsamen, sturmgebeutelten Insel verfallen zwei Männer zunehmend dem Wahnsinn – brillant verkörpert von Willem Dafoe und Robert Pattinson. Für beide ist „Der Leuchtturm“ (ab 28.11. u.a. im Universum Filmtheater Braunschweig) zweifellos ein beeindruckender Höhepunkt ihrer Karrieren. Ein Filmtipp von Sylvia Scholz.

Filmplakat: Constantin Filmverleih

Filmtipp extra: „Das perfekte Geheimnis“

Was Regisseur und Autor Bora Dagtekin anfässt, wird zu Erfolg. Grimme-Preis und Deutscher Fernsehpreis für „Türkisch für Anfänger“, auch für seine „Fuck Ju Göthe“-Filme wurde er mit Preisen überhäuft. Nun kommt sein neuer Streich „Das perfekte Geheimnis“ mit einem einmaligen Star-Ensemble in die Kinos.

Beim gemeinsamen Abendessen unter Freunden wird über Ehrlichkeit diskutiert. Die Folge – ein höchst riskantes Spiel. Alle legen ihre Smartphones auf den Tisch, und alles, was ankommt, wird geteilt. Da sind Peinlichkeiten und Überraschungen vorprogrammiert, und auch brisante Geheimnisse werden aufgedeckt und gefährden langjährige Beziehungen.

Filmplakat. Koch Films Verleih

Filmtipp: „Parasite“

Kim Gi-taek ist Familienvater, jedoch arbeitslos. Mittlerweile ist seine vierköpfige Familie verzweifelt. Das Blatt wendet sich, als sein Sohn seinen Lebenslauf fälscht und einen Job in einer reichen Familie bekommt. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse.„Diese filmische Darstellung gewöhnlicher Menschen, die in ein unvermeidliches Chaos geraten, ist eine Komödie ohne Clowns und eine Tragödie ohne Bösewichte…“, so Regisseur Bong Joon Ho.

Plakat: Verleih Port au Prince Pictures GmbH

Filmtipp: “Systemsprenger”

Diesen Film muss man aushalten, er geht unter die Haut, schmerzt und rührt zu Tränen. Die neunjährige Benni ist ein Systemsprenger, völlig außer Kontrolle geraten, so dass das System von Jugendamt, Wohngruppen oder Schulbegleitern nicht greift. Dabei möchte Benni nur eins: zurück zu ihrer Mutter. Doch die ist heillos überfordert. „Systemsprenger“ist kein Film für einen leichten, amüsanten Kinoabend, aber wer sich darauf einlässt, wird mit einem kleinen cineastischen Wunder belohnt, berührend und voller Liebe. Der Film geht als deutscher Beitrag ins Rennen um den Oscar 2020, aus sieben Bewerbern als Kandidat für die Kategorie „Bester nicht-englischsprachiger Film“ ausgewählt.

Plakat Sony Pictures Germany

Der neunte Film von Kultregisseur und Drehbuchautor Quentin Tarantino Once Upon A Time…In Hollywood spielt im Los Angeles von 1969, zu einer Zeit also, als alles im Umbruch ist. Auch TV-Star Rick Dalton (Leonardo Di Caprio) und sein langjähriges Stunt-Double Cliff Booth (Brad Pitt) müssen sich in einer Branche zurecht finden, die sie kaum wiedererkennen.

Tarantinos Film wartet mit einer großen Ensemble-Besetzung und zahlreichen Erzählsträngen auf und huldigt den letzten Momenten von Hollywoods goldenem Zeitalter.