Filmtipps

Empfehlungen aus der Okerwelle-Redaktion

Filmplakat: Piffl Medien Filmverleih

Filmtipp: „Der Glanz der Unsichtbaren“

Vier Sozialarbeiterinnen betreiben in einer grauen und von Armut geprägten Provinzstadt im Norden Frankreichs ein Tagesheim für obdachlose Frauen. Als das Heim geschlossen werden soll, üben sich die Sozialarbeiterinnen in zivilem Ungehorsam und führen es heimlich weiter. „Der Glanz der Unsichtbaren“ läuft ab 10. Oktober im Universum Filmtheater Braunschweig. Ein Filmtipp von Sylvia Scholz.

Filmplakat: Wild Bunch Germany

Filmtipp: „Deutschstunde“

Der Roman „Deutschstunde“ von Siegfried Lenz erschien 1968. Lenz behandelt darin die Themen Mitläufertum, Heimattreue und falsch verstandenes Pflichtbewusstsein in der Zeit des Nationalsozialismus anhand eines Vater-Sohn-Konflikts. Regisseur Christian Schwochow hat diesen Welterfolg der deutschen Literatur neu verfilmt.

Plakat: Alamode Filmverleih

Filmtipp: „Nurejew – The White Crow“

„Du lebst, solange du tanzt.“ Rudolf Nurejew wurde im März 1938 in der Transsibirischen Eisenbahn geboren, erst im Alter von 17 Jahren begann er seine Ballettausbildung beim berühmten Ballettmeister Alexander Puschkin. 1961 gelang ihm während einer Auslandsreise die spektakuläre Flucht in den Westen. Es folgte eine unvergleichliche Weltkarriere. Vor fast 20 Jahren las Ralph Fiennes eine Biografie über Rudolf Nurejew und hatte schon damals den Eindruck: Diese Geschichte sollte verfilmt werden. Nun kommt „Nurejew – The White Crow“ ins Kino, ab 26.09 zu sehen im Universum Filmtheater.

Als Junge in seiner Heimat wurde Nurejew „weiße Krähe“ genannt, er war ein Außenseiter. Er sollte der weltbeste Balletttänzer aller Zeiten werden. Er tanzte sogar noch, als er schon schwer von seiner Aids-Erkrankung gezeichnet war. „Wer stehen kann, kann auch tanzen.“ Nurejew starb am 6. Januar 1993 im Alter von nur 54 Jahren in Paris.

Plakat: Verleih Port au Prince Pictures GmbH

Filmtipp: „Systemsprenger“

Diesen Film muss man aushalten, er geht unter die Haut, schmerzt und rührt zu Tränen. Die neunjährige Benni ist ein Systemsprenger, völlig außer Kontrolle geraten, so dass das System von Jugendamt, Wohngruppen oder Schulbegleitern nicht greift. Dabei möchte Benni nur eins: zurück zu ihrer Mutter. Doch die ist heillos überfordert. „Systemsprenger“ist kein Film für einen leichten, amüsanten Kinoabend, aber wer sich darauf einlässt, wird mit einem kleinen cineastischen Wunder belohnt, berührend und voller Liebe. Der Film geht als deutscher Beitrag ins Rennen um den Oscar 2020, aus sieben Bewerbern als Kandidat für die Kategorie „Bester nicht-englischsprachiger Film“ ausgewählt.

Filmplakat: Sony Pictures Germany

Filmtipp: „Gut gegen Nordwind“

Kann man sich nur durch Worte richtig verlieben? Ein verdrehter Buchstabe lässt eine E-Mail von Emma Rothner versehentlich bei Leo Leike landen. Der Linguist antwortet prompt, und es beginnt ein E-Mail Dialog, wie man ihn nur mit einem Unbekannten führen kann. Doch wird der Zauber einem Treffen in der Realität standhalten? Wer den Roman nicht gelesen hat, wird auch beim Film mitfiebern: Treffen sie sich? Kommen sie zusammen?

Der Bestseller Gut gegen Nordwind von Daniel Glattauer aus dem Jahr 2006 kommt jetzt in die Kinos und macht mindestens genau so viel Spaß wie die dringend empfohlene Lektüre des Buches. Ein Filmtipp von Kulturredakteurin Sylvia Scholz.

Filmplakat: Neue Visionen Filmverleih

Filmtipp: „Und der Zukunft zugewandt“

„Wahrheit ist das, was uns nützt.“ Das ist das erste, was die junge Kommunistin Antonia von einem DDR-Funktionär hört. Nach vielen Jahren voller Schmerz und Einsamkeit im sowjetischen Gulag in Sibirien erreicht sie 1952 das kleine Fürstenberg und erfährt Solidarität und Unterstützung. Doch heimisch kann sie sich nicht fühlen, denn die ihr zugefügten Ungerechtigkeiten vom sowjetischen Brudervolk müssen der Staatsräson wegen verheimlicht werden.

Plakat: Entertainment One Germany

Filmtipp: Late Night

Nah am Zeitgeist und trotzdem zeitlos – Regisseurin Nisha Ganarta trifft mit ihrem ersten Spielfilm „Late Night“ mehrere Nerven und überzeugt auf drei Themengebieten – der Männerwelt der Fernsehshows, dem Druck, der auf älter werdende Frauen lastet, und der Kluft zwischen der arrivierten Generation und den jungen Kreativen.

Katherine Newbury ist eine Legende auf ihrem Gebiet: Als Late-Night-Talkshow-Moderatorin war sie ein Pionier und wird bewundert. Doch dann wird sie eines Tages beschuldigt, eine Frau zu sein, die Frauen hasst…

Filmplakat Warner Brothers

Filmtipp: Blinded by the light

Der Teenager Javed, dessen Eltern aus Pakistan ins englische Luton ausgewandert sind, durchlebt seine Jugend zu Zeiten der Thatcher-Jahre. Die Stimmung ist deprimierend und von wirtschaftlichem Niedergang gezeichnet. Seinem Vater wird der Job gekündigt, die Skinheads in der Nachbarschaft machen sein Leben nicht leichter. Als ihm Kassetten mit der Musik von Bruce Springsteen gegeben werden, ermutigen ihn dessen Songs, seine eigene Stimme zu erheben, dem Rassismus in seiner Umgebung die Stirn zu bieten und die starren Ideale seines Vaters infrage zu stellen.

Plakat Sony Pictures Germany

Der neunte Film von Kultregisseur und Drehbuchautor Quentin Tarantino Once Upon A Time…In Hollywood spielt im Los Angeles von 1969, zu einer Zeit also, als alles im Umbruch ist. Auch TV-Star Rick Dalton (Leonardo Di Caprio) und sein langjähriges Stunt-Double Cliff Booth (Brad Pitt) müssen sich in einer Branche zurecht finden, die sie kaum wiedererkennen.

Tarantinos Film wartet mit einer großen Ensemble-Besetzung und zahlreichen Erzählsträngen auf und huldigt den letzten Momenten von Hollywoods goldenem Zeitalter.

Filmplakat X-Verleih

Filmtipp: „Es gilt das gesprochene Wort“

Reife Frau fährt allein in den Türkeiurlaub und erliegt den Avancen eines jungen Einheimischen, der nur darauf aus ist, eine Frau zu finden, die sich gebauchpinselt fühlt und den stürmischen Lover sogar mit nach Deutschland nimmt – um dort eine Scheinehe einzugehen. So weit, so hinreichend bekannt. Regisseur Ilker Catak möchte mit „Es gilt das gesprochene Wort“ jedoch eine Liebesgeschichte erzählen von zwei Menschen, die sich nicht klein kriegen lassen, die über sich hinauswachsen, allen Widerständen trotzen und sich letztendlich ineinander verlieben. Kann das gelingen?

Filmplakat: StudioCanal Deutschland

Filmtipp: Leid und Herrlichkeit

„Wenn man über einen Regisseur schreibt und die eigene Arbeit aus Filmemachen besteht, ist es unmöglich, nicht an sich selbst zu denken und die eigene Erfahrung als Referenz zu betrachten.“, sagt der große Pedro Almodóvar über seinen neuen Film „Leid und Herrlichkeit“. Und so enthält der Film viel Autobiographisches, ohne eine Autobiographie zu sein.

„Leid und Herrlichkeit“ wurde ungeplant der Abschluss einer Trilogie, deren Entstehung 32 Jahre dauerte. Die beiden ersten Teile sind „Das Gesetz der Begierde“ (1987) und „La Mala Educación“ (2004). Alle drei Filme haben einen Filmregisseur als Protagonisten und in jedem Teil stellen Begierde und filmisches Erzählen die Grundpfeiler der Handlung dar.

Filmplakat: Neue Visionen

Filmtipp: Made in China

Der junge Fotograf François hat zu seinen asiatischen Wurzeln nicht gerade das beste Verhältnis. Vor 10 Jahren hat er nach einem Streit mit seinem Vater die Brücken zum chinesischen Teil von Paris abgebrochen. Nun wird er selbst Vater und muss erkennen, dass er seinen chinesischen Hintergrund auch seinem Kind zuliebe nicht länger ablehnen kann. Zeit also, die Vergangenheit aufzuarbeiten. Identität und Zugehörigkeit sind Thema des Films, und auch die unterschiedlichen Einstellungen der verschiedenen Generationen dazu. Und Hauptdarsteller Frédéric Chau zeigt uns das zauberhafte China-Town von Paris

Filmtipp: „Yesterday“

Der britische Musiker Jack kann sich gerade mit Mühe und Not über Wasser halten. Bis ihm eines Tages ein Wunder geschieht. Nach einem mysteriösen, weltweiten Stromausfall kann sich plötzlich niemand mehr an die Beatles und deren geniale Songs erinnern – außer ihm. Die Verlockung ist zu groß: Jack verkauft die Welthits als seine eigenen Kompositionen, wird in kürzester Zeit zum Megastar und geht mit Ed Sheeran auf Tournee. Eine harte Probe für seine Beziehung zu Freunden und Familie…