
Woche 39/2026
Kaktus Einarsson
Factoid Happiness (One Little Independent / Bertus)
Auf zehn Songs hinterfragt Kaktus Einarsson auf „Factoid Happiness“ die Systeme, die unser Gefühlsleben zunehmend prägen: Algorithmen, soziale Medien und politische Polarisierung. Er untersucht, wie das moderne Leben die Aufmerksamkeit verwässert, Gewissheiten untergräbt und sogar unser Glück zu einer Ware macht.
„Der Titel ‚Factoid Happiness‘ kam eigentlich zuerst“, erzählt er. „Das Wort ‚Glück‘ stand schon lange in meinem Notizbuch, noch bevor die meisten Texte geschrieben waren. Ein Großteil des Albums entstand aus dieser Idee heraus, zu hinterfragen, was Glück überhaupt ist und wo man uns sagt, dass wir es finden sollen.“
In einer Zeit, die von Spaltung und Ablenkung geprägt ist, vertritt „Factoid Happiness“ die These, dass die Familie (ob biologisch, selbst gewählt, romantisch oder platonisch) der Weg ist, wie wir verbunden bleiben und einer zersplitterten Welt widerstehen.
Musikalisch ist „Factoid Happiness“ reichhaltig und abwechslungsreich und bewegt sich zwischen intimen, pianogetriebenen Songs, warmem Indie-Rock, funkigen Grooves, disco-angehauchten Rhythmen und elektronischen Klängen.
Das Album spiegelt Kaktus’ Hintergrund als Songwriter wider, der sich fließend zwischen Underground-Experimenten und anspruchsvollem Pop bewegt. Auf dem Album sind außerdem Beiträge von John Grant, RAKEL, Thibault Gomez und Jessica Winter zu hören. Anspieltipps: „3rd Time (with Jessica Winter)“ und „Burning Snow“.