
Woche 07/2026
Inga Lühning & André Nendza
Hodgepodge Vol. 1 (Jazzsick)
Julie Campiche, die eine klassische Ausbildung genossen hat, entdeckte den Jazz vor 20 Jahren bei einem Big-Band-Auftritt. Fasziniert davon beschloss sie, in diese neue Welt einzutauchen. Sie war die erste Harfenistin, die an der Haute Ecole de Musique de Lausanne (HEMU) einen Master Abschluss in Jazzkomposition und -performance erwarb.
Sie blickt auf eine erfolgreiche Karriere zurück und hat sich auf internationalen Bühnen, auf denen sie regelmässig tourt, einen Namen gemacht. Sie hat zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhalten, unter anderem den Schweizer Musikpreis 2025 und eine Fördervereinbarung der Stadt Genf für den Zeitraum 2024-2027.
Die ungewöhnliche Entwicklung ihrer Karriere, die Wahl eines seltenen Instruments, das sie in speziellen Registern einsetzt, machen sie zu einer einzigartigen Persönlichkeit, einer inspirierenden Frau, die ihre Kunst nur im Sinne von Engagement versteht.
„Ich kann Kunst nicht losgelöst von der Gesellschaft sehen. In meinem Ansatz versuche ich, mich aus dem Einzelfall herauszulösen, um das Universelle zu berühren, Menschen zu verbinden und sie zu ermutigen, sich in und für unsere Welt zu engagieren.“
Das neue Album „Unspoken“ (VÖ 13.02.2026) ist – nach ihren bisherigen Bandprojekten – Julie Campiches erstes Soloalbum. Jedes Stück darauf ist ein musikalisches Portrait einer engagierten Frau oder einer Frauenrechts-Bewegung.
Die erste Inspiration für das Album war Charlotte Bienaimés „Un podcast à soi”, in dem grundlegende Fragen zu Gender und Feminismus diskutiert werden. „More often than not in history, ‚Anonymous‘ was a woman“ – dieser Satz von Virginia Woolf, der als Motto des berühmten Radio-Podcasts dient, hat auch bei Julie Campiche Widerhall gefunden.
Frauen eine Stimme zu geben, aber auf eine ganz eigene, künstlerische Art und Weise: Das ist der rote Faden, der sich durch das Album zieht. „Unspoken“ ist weniger ein feministisches Manifest als ein kreatives Statement, das die weibliche Stärke feiert, die durch Engagement und Offenheit gleichzeitig genährt wird. Die Genfer Harfenistin, Vokalistin, Komponistin thematisiert das fragile Gleichgewicht von Frauen im Schatten und im Licht der Gesellschaft. Anspieltipps: „Tarana Burke“ und „Grisélidis Réal“…