Lesezeit

Sonntag, 13.00 Uhr – Wdh. am Mittwoch, 10.00 Uhr / alle 2 Wochen

Immer wenn ein neues Medium das Interesse der Öffentlichkeit auf sich zog, wurde von Skeptikern gleichzeitig dem Lesen das Ende vorausgesagt. Als in den 50’ern des vergangenen Jahrhunderts den ganzen Tag über das Radio lief, gaben die besorgten Erziehungsberechtigten den dringenden Rat die Nase doch wieder einmal ins Buch zu stecken.

Noch größere Befürchtungen im Hinblick auf Leseabstinenz  lösten Fernsehen und Internet aus. Erstaunlicherweise ging die Buchproduktion nicht zurück und Veranstalter von Lesefesten rund ums Buch schwärmen von steigenden Besucherzahlen: Lokal wären als Beispiele die Braunschweiger Jugendbuchwoche und das Krimifestival zu nennen.

Sie sind aber auch Beleg dafür, wie wichtig es ist, durch ein breit gefächertes Angebot an Büchern und den direkten Kontakt mit Autoren das Lesen attraktiv zu machen.

Mit der gleichen Zielsetzung möchten wir in der „Lesezeit“ Autoren aus der Region Gelegenheit geben, ihre Gedichte, Geschichten und Bücher einer interessierten Hörerschaft vorzustellen.

THEMEN DER SENDUNG

Adriana Altaras (c) Jacob Boerner

Adriana Altaras

In der Lesezeit stellt unsere Kollegin Roswitha Kruse die Autorin, Schauspielerin und Regisseurin Adriana Altaras vor.

Adriana Altaras hat in zahlreichen Film-, Fernseh-und Theaterproduktionen mitgewirkt. Nun wird sie in diesem Sommer für das Staatstheater Braunschweig die Regie für Verdis Oper AIDA auf dem Burgplatz übernehmen. Schon 2018 war sie für unser Theater mit der bildkräftigen Inszenierung der Oper ELEKTRA von Richard Strauss tätig. Damals hat sie bei einer Lesung im Kleinen Haus des Staatstheaters aus ihrem Buch Das Meer und ich waren im besten Alter vorgelesen.

Adriana Altaras wurde 1960 in Zagreb geboren. Ihre Eltern – jüdische Partisanen – verließen die Heimat, als Altaras ein kleines Kind war. Sie lebt heute mit ihrer Familie in Berlin und bezeichnet sich selbst als jüdische Berlinerin. Ihren Umgang mit der jüdischen Tradition und Religion betrachtet sie mit Sympathie und kritischer Distanz.

In ihrem Buch Das Meer und ich waren im besten Alter erzählt sie in kurzen Geschichten von privaten Begebenheiten, wie auch aktuelles und vergangenes Zeitgeschehen.

Wiederholung: Mittwoch um 10.00 Uhr

Hörbuch-Cover (c) Verlag HörbucHHamburg

Der aktuelle Taunus-Krimi von Nele Neuhaus

Eine Frau wird vermisst. Im Obergeschoss ihres Hauses in Bad Soden findet die Polizei den dementen Vater, verwirrt und dehydriert. Und in der Küche Spuren eines Blutbads. Die Ermittlungen führen Pia Sander und Oliver von Bodenstein zum renommierten Frankfurter Literaturverlag Winterscheid, wo die Vermisste Programmleiterin war. Ihr wurde nach über dreißig Jahren gekündigt, woraufhin sie einen ihrer Autoren wegen Plagiats ans Messer lieferte – ein Skandal und vielleicht ein Mordmotiv? Als die Leiche der Frau gefunden wird und ein weiterer Mord geschieht, stoßen Pia und Bodenstein auf ein gut gehütetes Geheimnis. Beide Opfer kannten es. Das war ihr Todesurteil. Wer muss als nächstes sterben? Pia und Bodenstein jagen einen Täter, der ihnen immer einen Schritt voraus zu sein scheint …

Wiederholung: Mittwoch um 10.00 Uhr

Foto (c) random house audio

Vom Zauber einer verwehenden Sprache

Worte, die die Welt bedeuten: Ein Bühnenabend im St. Pauli Theater Hamburg gilt dem Ursprung von Theater, der Sprache, die in unserer visuell überladenen Welt zu verwehen droht – und doch so viel vermag, wenn man ihr Raum gibt. Ulrich Tukur und Christian Redl präsentieren ihre Lieblingsgedichte und haben sich dazu eine zu Unrecht fast in Vergessenheit geratene Form ausgesucht: die Ballade. Tukur und Redl zaubern mit Texten von Goethe bis Brecht phantastische Welten auf die Bühne, die tief berühren. Die Pianistin Olena Kushpler reagiert am Klavier auf die Texte mit Musikstücken, die oft zeitgleich zu den Gedichten entstanden sind.

Die CD „Vom Zauber einer verwehenden Sprache“ ist erschienen bei random-house-audio und kostet 14,39 €.

Hörbuch-Cover (c) der Hörverlag

Hakan Nesser, Schach unter dem Vulkan

Die Leser des erfolgreichen Autors Franz J. Lunde sind sich sicher: wer einen Mord so schildert, muss ihn selbst begangen haben. Lunde, der an einem Manuskript mit dem Titel »Letzte Tage und Tod eines Schriftstellers« arbeitet, fühlt sich von seinem Publikum bedroht. Nach einer Lesung in Kymlinge ist er plötzlich spurlos verschwunden. Kurze Zeit später wird die bekannte Lyrikerin Maria Green vermisst. Auch sie hinterlässt ein rätselhaftes Schriftfragment. Die Polizei tappt im Dunkeln, bis ein halbes Jahr später der Autor und Literaturkritiker Jack Walde unauffindbar ist. Was verband diese drei Schriftsteller? Was ist ihnen zugestoßen? Kommissar Barbarotti fördert trotz erschwerter Bedingungen Erstaunliches zu Tage.

Wiederholung: Mittwoch um 10.00 Uhr

Britta Schinke und Julia Bekurs Foto (c) privat

Literaturpodcast „Der erste Satz“

In der aktuellen Folge des Literaturpodcasts „Der erste Satz“ stellen Julia und Britta vier Bücher vor – zwei Romane und zwei Sachbücher. In dieser Folge stehen vor allem zwei Aspekte im Mittelpunkt des Literaturgesprächs: Welche Folgen kann es für das Individuum und die Gesellschaft haben, wenn Unerwartetes oder Unmögliches geschieht? Darüber hinaus stellen sich die beiden Bibliophilen die Frage, wie legitim ist es, eine identifikatorische Leser*innenhaltung zu Figuren oder dem geschilderten Geschehen einzunehmen.
Der spektakuläre Bestseller aus Frankreich „Die Anomalie“ von Hervé Le Tellier ( Rowohlt Verlag) ist eine brillante Mischung aus Thriller, Komödie und großer Literatur, die sicher Stoff für eine spannende Serie bieten wird. Im März 2021 fliegt eine Boeing 787 auf dem Weg von Paris nach New York durch einen elektromagnetischen Wirbelsturm. Die Turbulenzen sind heftig, doch die Landung glückt. Allerdings: Im Juni landet dieselbe Boeing mit denselben Passagieren ein zweites Mal. Sie alle führen auf unterschiedliche Weise ein Doppelleben. Und nun gibt es sie tatsächlich doppelt − sie sind mit sich selbst konfrontiert, in der Anomalie einer verrückt gewordenen Welt.

In dem Debütroman „Ziemlich tote Dinge“ der jungen, queeren US-amerikanischen Autorin Kristen Arnett (Ecco Verlag) steht die Protagonistin Jessa-Lynn im Mittelpunkt des Romans, die beim Betreten des Tierpräparationsgeschäfts ihrer Familie in Florida ihren Vater eines Morgens tot auffindet. Er hat Selbstmord begangen. Obwohl sie unter Schock steht, muss Jessa-Lynn in der kommenden Zeit versuchen, den Ruin des Geschäfts abzuwenden. Und das ist nicht der einzige Verlust, den sie zu verkraften hat. In diesem Roman sind alle Figuren auf ihre ganz eigene Weise versehrt, aber trotzdem ist der Roman ein tragikomisches Porträt einer Familie, die um ihre Lebenden und ihre Toten trauert und daran fast zerbricht.

Als „Absacker“ wenden sich Julia und Britta zwei essayistischen Sachbüchern zu: „Mädchen“ von Teresa Präauer und „Ein Literaturverführer -Die Kunst zu lesen“ von Frank Berzbach.

Wiederholung: Mittwoch um 10.00 Uhr

Foto (c) random house audio

Vom Zauber einer verwehenden Sprache

Worte, die die Welt bedeuten: Ein Bühnenabend im St. Pauli Theater Hamburg gilt dem Ursprung von Theater, der Sprache, die in unserer visuell überladenen Welt zu verwehen droht – und doch so viel vermag, wenn man ihr Raum gibt. Ulrich Tukur und Christian Redl präsentieren ihre Lieblingsgedichte und haben sich dazu eine zu Unrecht fast in Vergessenheit geratene Form ausgesucht: die Ballade. Tukur und Redl zaubern mit Texten von Goethe bis Brecht phantastische Welten auf die Bühne, die tief berühren. Die Pianistin Olena Kushpler reagiert am Klavier auf die Texte mit Musikstücken, die oft zeitgleich zu den Gedichten entstanden sind.

Die CD „Vom Zauber einer verwehenden Sprache“ ist erschienen bei random-house-audio und kostet 14,39 €.

Wiederholung: Mittwoch um 10.00 Uhr

Hörbuch-Cover (c) DAV-Verlag

Frank Goldammer – „Im Schatten der Wende“

Dresden im Dezember 1989: Kurz nach dem Mauerfall tritt der junge Kriminalpolizist Tobias Falck seine neue Stelle beim Kriminaldauerdienst Dresden an. Das KDD-Ermittler-Team besteht außerdem aus Edgar Schmidt, einem Hauptmann der Volkspolizei und der Polizistin Stefanie Bach. Die Kriminalität in Ostdeutschland nimmt kurz nach der Wende ungeahnte Ausmaße an: Drogenhandel, Prostitution, Mord und die unklare Rechtsgrundlage machen dem KDD-Team zu schaffen. Eine weitere Herausforderung stellt sich dem Dresdner Team in Gestalt der westdeutschen Hauptkommissarin Sybille Suderberg. Sie ist einem Auftragsmörder auf der Spur und dabei auf die Hilfe ihrer ostdeutschen Kollegen angewiesen.

Wiederholung: Mittwoch um 10.00 Uhr

Hörbuch-Cover (c) Argon-Verlag

Florian Illies – “Liebe in Zeiten des Hasses”

In einem virtuosen Epochengemälde erweckt Florian Illies die dreißiger Jahre, dieses Jahrzehnt berstender politischer und kultureller Spannungen, zum Leben.
Als Jean-Paul Sartre mit Simone de Beauvoir im Kranzler-Eck in Berlin Käsekuchen isst, Henry Miller und Anaïs Nin wilde Nächte in Paris und »Stille Tage in Clichy« erleben, F. Scott Fitzgerald und Ernest Hemingway sich in New York in leidenschaftliche Affären stürzen, fliehen Bertolt Brecht und Helene Weigel wie Katia und Thomas Mann ins Exil. Genau das ist die Zeit, in der die Nationalsozialisten die Macht in Deutschland ergreifen, Bücher verbrennen und die Gewalt gegen Juden beginnt. 1933 enden die »Goldenen Zwanziger« mit einer Vollbremsung.

Florian Illies führt uns zurück in die Epoche einer singulären politischen Katastrophe, um von den größten Liebespaaren der Kulturgeschichte zu erzählen: In Berlin, Paris, im Tessin und an der Riviera stemmen sich die großen Helden der Zeit gegen den drohenden Untergang. Eine mitreißend erzählte Reise in die Vergangenheit, die sich wie ein Kommentar zu unserer verunsicherten Gegenwart liest.

Wiederholung: Mittwoch um 10.00 Uhr

10.07.2022 um 13:00 Uhr
13:00 — 14:00

pandora@okerwelle.de