Lesezeit

Sonntag, 13.00 Uhr – Wdh. am Mittwoch, 10.00 Uhr / alle 2 Wochen

Immer wenn ein neues Medium das Interesse der Öffentlichkeit auf sich zog, wurde von Skeptikern gleichzeitig dem Lesen das Ende vorausgesagt. Als in den 50’ern des vergangenen Jahrhunderts den ganzen Tag über das Radio lief, gaben die besorgten Erziehungsberechtigten den dringenden Rat die Nase doch wieder einmal ins Buch zu stecken.

Noch größere Befürchtungen im Hinblick auf Leseabstinenz  lösten Fernsehen und Internet aus. Erstaunlicherweise ging die Buchproduktion nicht zurück und Veranstalter von Lesefesten rund ums Buch schwärmen von steigenden Besucherzahlen: Lokal wären als Beispiele die Braunschweiger Jugendbuchwoche und das Krimifestival zu nennen.

Sie sind aber auch Beleg dafür, wie wichtig es ist, durch ein breit gefächertes Angebot an Büchern und den direkten Kontakt mit Autoren das Lesen attraktiv zu machen.

Mit der gleichen Zielsetzung möchten wir in der „Lesezeit“ Autoren aus der Region Gelegenheit geben, ihre Gedichte, Geschichten und Bücher einer interessierten Hörerschaft vorzustellen.

THEMEN DER SENDUNG

Foto (c) privat

Literatur-Podcast „Der erste Satz

Britta Schinke und Julia Bekurs plaudern über zwei lesenswerte Romane, die im Frühjahr 2021 erschienen sind:

In ihrem Roman „Alef“ erzählt Katharina Höftmann Ciobotaru die Geschichte von Eitan und Maja. Maja wächst in Ostdeutschland auf. Während ihre Mutter aus der Wende als Gewinnerin hervorgeht, weiß der Vater nichts mehr mit sich anzufangen. Eitans Familie wiederum ist mit Holocaustüberlebenden aufgewachsen. Seine Großmutter hat das Konzentrationslager zwar überlebt, wartet aber täglich auf die Rückkehr ihres in Auschwitz ermordeten Bruders. Als sich Maja und Eitan auf einer Indienreise begegnen, beginnt eine große Liebe. Hier prallen zwei Welten und zwei Leben aufeinander, deren Familiengeschichten Katharina Höftmann Ciobotaru mitreißend miteinander verwebt.

Dolly Aldertons Debutroman „Gespenster“ erzählt eine Geschichte vom Suchen, Finden und Verlieren der großen Liebe in Zeiten von Datingportalen. Nina Dean ist Anfang 30, Single, erfolgreiche Kochbuchautorin und eigentlich nicht auf der Suche nach einem neuen Mann. Doch es kommt anders. Leicht aber nicht seicht gelingt der Autorin eine intelligente Geschichte vom Erwachsenwerden. Hinreißend, lustig und berührend erzählt! Mehr wird in der Lesezeit verraten!

Wiederholung: Mittwoch um 10.00 Uhr

Cover (c) Der Hörverlag

Juli Zeh:  “Über Menschen”

Dora ist mit ihrer kleinen Hündin aufs Land gezogen. Sie brauchte dringend einen Tapetenwechsel, mehr Freiheit, Raum zum Atmen. Aber ganz so idyllisch wie gedacht ist Bracken, das kleine Dorf im brandenburgischen Nirgendwo, nicht. In Doras Haus gibt es noch keine Möbel, der Garten gleicht einer Wildnis, und die Busverbindung in die Kreisstadt ist ein Witz. Vor allem aber verbirgt sich hinter der hohen Gartenmauer ein Nachbar, der mit kahlrasiertem Kopf und rechten Sprüchen sämtlichen Vorurteilen zu entsprechen scheint.
Geflohen vor dem Lockdown in der Großstadt muss Dora sich fragen, was sie in dieser anarchischen Leere sucht: Abstand von Robert, ihrem Freund, der ihr in seinem verbissenen Klimaaktivismus immer fremder wird? Zuflucht wegen der inneren Unruhe, die sie nachts nicht mehr schlafen lässt? Antwort auf die Frage, wann die Welt eigentlich so durcheinandergeraten ist? Während Dora noch versucht, die eigenen Gedanken und Dämonen in Schach zu halten, geschehen in ihrer unmittelbaren Nähe Dinge, mit denen sie nicht rechnen konnte. Ihr zeigen sich Menschen, die in kein Raster passen, ihre Vorstellungen und ihr bisheriges Leben aufs Massivste herausfordern und sie etwas erfahren lassen, von dem sie niemals gedacht hätte, dass sie es sucht.
Juli Zehs neuer Roman erzählt von unserer unmittelbarsten Gegenwart, von unseren Befangenheiten, Schwächen und Ängsten, und er erzählt von unseren Stärken, die zum Vorschein kommen, wenn wir uns trauen, Menschen zu sein.

Wiederholung: Mittwoch um 10.00 Uhr

Buchcover(c) Verlag Andreas Reiffer

Frank Schäfer: „Die Neuerfindung des Rock‘n‘Roll“

Ein Buch voll toxischer Gitarrensoli. Ein Buch über die Musik von vorgestern. Ein Buch über Proleten, die sich die Produktionsmittel aneignen. Voller Mythen und Legenden.

Und nicht zuletzt ein Buch, das beweist: Alle Wege führen zum Heavy Metal. Man muss es nur wollen. Frank Schäfer berichtet über dessen Wegbereiter: Robert Johnson, Leo Fender, Jimi Hendrix, Jeff Beck, Rory Gallagher, Led Zeppelin, Uli Jon Roth, Hannes Bauer und viele andere mehr.

Zitat: „Es gibt ja bekanntlich einen Kulminationspunkt der Musikgeschichte, auf den alles zuläuft – das Jahr 1979, als der Heavy Metal sein fettzöpfiges, splissgeschädigtes, milchbärtiges, eiterpickelgebeuteltes Haupt erhebt. Diese Sammlung trägt dem Umstand Rechnung, dass die ganze populäre Musikhistorie eigentlich nur passiert ist, damit es irgendwann Metal gibt.“

Die Essay-Sammlung „Die Neuerfindung des Rock‘n‘Roll“ von Frank Schäfer ist im Verlag Andreas Reiffer erschienen und kostet 9,50 €.

Wiederholung: Mittwoch um 10.00 Uhr

Cover (c) HörbuchHamburg, Buchcover (c) Ullstein Verlag

“Ada” von Christian Berkel

Christian Berkel ist nicht nur einer der erfolgreichsten Schauspieler in Deutschland sondern auch als Schriftsteller sehr erfolgreich. In seinem Bestseller-Erstlingswerk “Der Apfelbaum” hat er die wahre Geschichte seiner jüdischen Großmutter und jüdischen Mutter erzählt. Eine Geschichte, die er nun in “Ada” fortsetzt. Diesmal kehrt die Mutter, zusammen mit Tochter Ada, nach dem Krieg aus dem argentinischen Exil ins zerstörte Berlin zurück.
Wirtschaftswunder, Mauerbau, die 68er-Bewegung – und eine vielschichtige junge Frau, die aus dem Schweigen der Elterngeneration heraustritt. – In der noch jungen Bundesrepublik ist die dunkle Vergangenheit für Ada ein Buch, aus dem die Erwachsenen das entscheidende Kapitel herausgerissen haben. Mitten im Wirtschaftswunder sucht sie nach den Teilen, die sich zu einer Identität zusammensetzen lassen und stößt auf eine Leere aus Schweigen und Vergessen. Ada will kein Wunder, sie wünscht sich eine Familie, sie will endlich ihren Vater – aber dann kommt alles anders.

Wiederholung: Mittwoch um 10.00 Uhr

Cover (c) Random House Audio

„flüchtig“ von Hubert Achleitner (Hubert von Goisern)

„Ich weiß zwar nicht, wie es weitergeht, aber zurück will ich auf keinen Fall.“ Maria ist verschwunden. Seit Monaten hat Herwig, mit dem sie fast dreißig Jahre verheiratet ist, nichts von ihr gehört. Dass sie ihren Job gekündigt und seinen Volvo mitgenommen hat, lässt zumindest hoffen, dass sie noch am Leben ist.. Doch was ist passiert mit ihrer Ehe, ihrer Liebe, ihrem gemeinsamen Leben? Das Grübeln nach dem Grund des plötzlichen Verschwindens von Maria und die Suche nach ihr stehen im Mittelpunkt des Romans, aber auch Marias neues Leben in der Ferne wird erzählt. Werden sich beide wiedersehen? Hubert Achleitner schickt seine Protagonisten auf eine abenteuerliche Reise, die sie von den österreichischen Bergen quer durch Europa bis nach Griechenland führt. Und die doch in erster Linie eine hochemotionale Reise in ihr Inneres bedeutet. „flüchtig“ ist ein weiser und sehr musikalischer Roman über Liebe und Sehnsucht, das Schicksal und das flüchtige Glück.

Wiederholung: Mittwoch um 10.00 Uhr

Cover (c) Hanser-Verlag

Cover (c) Rowohlt Polaris Verlag

Im Literaturpodcast „Der erste Satz“ mit zwei Neuerscheinungen vom vergangenen Jahr

Die Bücher in dieser Sendung: Linda Zervakis: “Etsiketsi” & Verena Keßler: “Die Gespenster von Demmin”

Im Literaturpodcast „Der erste Satz“ widmen sich Julia Bekurs und Britta Schinke zwei Neuerscheinungen, die im vergangenen Jahr auf den Markt gekommen sind: Während Linda Zervakis in ihrem Buch Etsiketsi einen mal nachdenklichen, mal amüsanten Einblick in ihre griechische Familiengeschichte gibt, präsentiert Verena Keßler mit ihrem von Kritikern hochgelobten Erstlingswerk „Die Gespenster von Demmin“ einen Roman über die Sprachlosigkeit zwischen den Generationen und die Möglichkeit, sie zu überwinden. Mit Leichtigkeit und Witz erzählt Verena Keßler von Trauer und Einsamkeit, von Freundschaft und der ersten Liebe: Larry lebt in einer Stadt mit besonderer Geschichte – Ende des Zweiten Weltkriegs fand in Demmin der größte Massensuizid der deutschen Geschichte statt. Für Larry ist ihre Heimatstadt aber vor allem eins: langweilig. Sie will so schnell wie möglich raus in die Welt und Kriegsreporterin werden. Während Larry mit den Unzumutbarkeiten des Erwachsenwerdens kämpft, steht einer alten Frau der Umzug ins Seniorenheim bevor. Beim Aussortieren ihres Hausstands erinnert sie sich an das Kriegsende in Demmin und trifft eine folgenschwere Entscheidung.

Wiederholung: Mittwoch um 10.00 Uhr

(c) Random House Audio

Charlotte Link: “Ohne Schuld”

Ein wolkenloser Sommertag, die Hitze drückt aufs Land. Im Zug von London nach York zielt ein Fremder mit einer Pistole auf eine Frau. Sie entkommt in letzter Sekunde. Zwei Tage später: Eine junge Frau stürzt mit ihrem Fahrrad, weil jemand einen dünnen Draht über den Weg gespannt hat. Sie ist sofort bewusstlos. Den folgenden Schuss hört sie schon nicht mehr. Die Frauen stehen in keiner Verbindung zueinander, aber die Tatwaffe ist dieselbe.

Kate Linville, neu bei der North Yorkshire Police, wird sofort in die Ermittlungen hineingezogen. Sie kommt einem grausamen Geheimnis auf die Spur und gerät selbst in tödliche Gefahr. Denn der Täter, der eine vermeintliche Schuld rächen will, gibt nicht auf …

Wiederholung: Mittwoch um 10.00 Uhr

Florian Battermann Foto: (c) Verlag Deutscher Bühnenschriftsteller

Florian Battermann. Theateranekdoten

In traurigen Zeiten sorgt einer für Spaß und Heiterkeit: Die Rede ist von Florian Battermann (Foto), dem Leiter der Komödie am Altstadtmarkt. Als drinnen nichts mehr ging, hat er Theater open-air in „Heinrichs” Biergarten inszeniert. Sein Weihnachtsstück „Bäumchen wechsel dich” begeisterte Komödien-Fans mittels DVD und nun bringt der Theatermacher als Autor eine Anekdotensammlung heraus unter den Titel „Alles nur gespielt?”

Sie ahnen schon, was da an lustigen Geschichten vor, auf und hinter der Bühne passieren. Denn schließlich hat Florian Battermann schon als Student für das Lehramt schon nebenbei im Theater assistiert und auf der Bühne gestanden. Und wie er da zum „Rosenkavalier” wurde, erzählt er uns in der Lesezeit.

Wiederholung: Mittwoch um 10.00 Uhr

27.06.2021 um 13:00 Uhr
13:00 — 14:00

pandora@okerwelle.de