Lesezeit

Sonntag, 13.00 Uhr – Wdh. am Mittwoch, 10.00 Uhr / alle 2 Wochen

Immer wenn ein neues Medium das Interesse der Öffentlichkeit auf sich zog, wurde von Skeptikern gleichzeitig dem Lesen das Ende vorausgesagt. Als in den 50’ern des vergangenen Jahrhunderts den ganzen Tag über das Radio lief, gaben die besorgten Erziehungsberechtigten den dringenden Rat die Nase doch wieder einmal ins Buch zu stecken.

Noch größere Befürchtungen im Hinblick auf Leseabstinenz  lösten Fernsehen und Internet aus. Erstaunlicherweise ging die Buchproduktion nicht zurück und Veranstalter von Lesefesten rund ums Buch schwärmen von steigenden Besucherzahlen: Lokal wären als Beispiele die Braunschweiger Jugendbuchwoche und das Krimifestival zu nennen.

Sie sind aber auch Beleg dafür, wie wichtig es ist, durch ein breit gefächertes Angebot an Büchern und den direkten Kontakt mit Autoren das Lesen attraktiv zu machen.

Mit der gleichen Zielsetzung möchten wir in der „Lesezeit“ Autoren aus der Region Gelegenheit geben, ihre Gedichte, Geschichten und Bücher einer interessierten Hörerschaft vorzustellen.

THEMEN DER SENDUNG

Cover (c) HörbuchHamburg, Buchcover (c) Ullstein Verlag

“Ada” von Christian Berkel

Christian Berkel ist nicht nur einer der erfolgreichsten Schauspieler in Deutschland sondern auch als Schriftsteller sehr erfolgreich. In seinem Bestseller-Erstlingswerk “Der Apfelbaum” hat er die wahre Geschichte seiner jüdischen Großmutter und jüdischen Mutter erzählt. Eine Geschichte, die er nun in “Ada” fortsetzt. Diesmal kehrt die Mutter, zusammen mit Tochter Ada, nach dem Krieg aus dem argentinischen Exil ins zerstörte Berlin zurück.
Wirtschaftswunder, Mauerbau, die 68er-Bewegung – und eine vielschichtige junge Frau, die aus dem Schweigen der Elterngeneration heraustritt. – In der noch jungen Bundesrepublik ist die dunkle Vergangenheit für Ada ein Buch, aus dem die Erwachsenen das entscheidende Kapitel herausgerissen haben. Mitten im Wirtschaftswunder sucht sie nach den Teilen, die sich zu einer Identität zusammensetzen lassen und stößt auf eine Leere aus Schweigen und Vergessen. Ada will kein Wunder, sie wünscht sich eine Familie, sie will endlich ihren Vater – aber dann kommt alles anders.

Wiederholung: Mittwoch um 10.00 Uhr

Cover (c) Random House Audio

„flüchtig“ von Hubert Achleitner (Hubert von Goisern)

„Ich weiß zwar nicht, wie es weitergeht, aber zurück will ich auf keinen Fall.“ Maria ist verschwunden. Seit Monaten hat Herwig, mit dem sie fast dreißig Jahre verheiratet ist, nichts von ihr gehört. Dass sie ihren Job gekündigt und seinen Volvo mitgenommen hat, lässt zumindest hoffen, dass sie noch am Leben ist.. Doch was ist passiert mit ihrer Ehe, ihrer Liebe, ihrem gemeinsamen Leben? Das Grübeln nach dem Grund des plötzlichen Verschwindens von Maria und die Suche nach ihr stehen im Mittelpunkt des Romans, aber auch Marias neues Leben in der Ferne wird erzählt. Werden sich beide wiedersehen? Hubert Achleitner schickt seine Protagonisten auf eine abenteuerliche Reise, die sie von den österreichischen Bergen quer durch Europa bis nach Griechenland führt. Und die doch in erster Linie eine hochemotionale Reise in ihr Inneres bedeutet. „flüchtig“ ist ein weiser und sehr musikalischer Roman über Liebe und Sehnsucht, das Schicksal und das flüchtige Glück.

Wiederholung: Mittwoch um 10.00 Uhr

Cover (c) Hanser-Verlag

Cover (c) Rowohlt Polaris Verlag

Im Literaturpodcast „Der erste Satz“ mit zwei Neuerscheinungen vom vergangenen Jahr

Die Bücher in dieser Sendung: Linda Zervakis: “Etsiketsi” & Verena Keßler: “Die Gespenster von Demmin”

Im Literaturpodcast „Der erste Satz“ widmen sich Julia Bekurs und Britta Schinke zwei Neuerscheinungen, die im vergangenen Jahr auf den Markt gekommen sind: Während Linda Zervakis in ihrem Buch Etsiketsi einen mal nachdenklichen, mal amüsanten Einblick in ihre griechische Familiengeschichte gibt, präsentiert Verena Keßler mit ihrem von Kritikern hochgelobten Erstlingswerk „Die Gespenster von Demmin“ einen Roman über die Sprachlosigkeit zwischen den Generationen und die Möglichkeit, sie zu überwinden. Mit Leichtigkeit und Witz erzählt Verena Keßler von Trauer und Einsamkeit, von Freundschaft und der ersten Liebe: Larry lebt in einer Stadt mit besonderer Geschichte – Ende des Zweiten Weltkriegs fand in Demmin der größte Massensuizid der deutschen Geschichte statt. Für Larry ist ihre Heimatstadt aber vor allem eins: langweilig. Sie will so schnell wie möglich raus in die Welt und Kriegsreporterin werden. Während Larry mit den Unzumutbarkeiten des Erwachsenwerdens kämpft, steht einer alten Frau der Umzug ins Seniorenheim bevor. Beim Aussortieren ihres Hausstands erinnert sie sich an das Kriegsende in Demmin und trifft eine folgenschwere Entscheidung.

Wiederholung: Mittwoch um 10.00 Uhr

(c) Random House Audio

Charlotte Link: “Ohne Schuld”

Ein wolkenloser Sommertag, die Hitze drückt aufs Land. Im Zug von London nach York zielt ein Fremder mit einer Pistole auf eine Frau. Sie entkommt in letzter Sekunde. Zwei Tage später: Eine junge Frau stürzt mit ihrem Fahrrad, weil jemand einen dünnen Draht über den Weg gespannt hat. Sie ist sofort bewusstlos. Den folgenden Schuss hört sie schon nicht mehr. Die Frauen stehen in keiner Verbindung zueinander, aber die Tatwaffe ist dieselbe.

Kate Linville, neu bei der North Yorkshire Police, wird sofort in die Ermittlungen hineingezogen. Sie kommt einem grausamen Geheimnis auf die Spur und gerät selbst in tödliche Gefahr. Denn der Täter, der eine vermeintliche Schuld rächen will, gibt nicht auf …

Wiederholung: Mittwoch um 10.00 Uhr

Florian Battermann Foto: (c) Verlag Deutscher Bühnenschriftsteller

Florian Battermann. Theateranekdoten

In traurigen Zeiten sorgt einer für Spaß und Heiterkeit: Die Rede ist von Florian Battermann (Foto), dem Leiter der Komödie am Altstadtmarkt. Als drinnen nichts mehr ging, hat er Theater open-air in „Heinrichs” Biergarten inszeniert. Sein Weihnachtsstück „Bäumchen wechsel dich” begeisterte Komödien-Fans mittels DVD und nun bringt der Theatermacher als Autor eine Anekdotensammlung heraus unter den Titel „Alles nur gespielt?”

Sie ahnen schon, was da an lustigen Geschichten vor, auf und hinter der Bühne passieren. Denn schließlich hat Florian Battermann schon als Student für das Lehramt schon nebenbei im Theater assistiert und auf der Bühne gestanden. Und wie er da zum „Rosenkavalier” wurde, erzählt er uns in der Lesezeit.

Wiederholung: Mittwoch um 10.00 Uhr

Cover (c) C. Bertelsmann Verlag

Jonas Jonasson: “Der Massai, der in Schweden noch eine Rechnung offen hatte”

Victor hat in seinem Leben nur ein einziges Ziel: möglichst schnell viel Geld und Ruhm zu scheffeln- egal wie. Die Kunstbranche, in der es nur von Worthülsen und Hochstapelei wimmelt, bietet sich besonders gut an. Als Erbschleicher gelingt es Victor, die renommierte Galerie Alderheim an sich zu reißen, sein Lebensziel ist damit fast erreicht. Doch dann steht urplötzlich ein dunkelhäutiger Teenager namens Kevin vor der Tür, der sein unehelicher Sohn sein soll. Zu schlimm, um wahr zu sein. Also muss die Wahrheit abgeändert, der Sohn ans Ende der Welt verbannt werden. Zum Beispiel dorthin, wo alle Spuren im Sande verlaufen: in die kenianische Savanne. Gesagt, getan. Während Victor überzeugt ist, seinen Sohn nie wieder sehen zu müssen, beginnt für Kevin ein glückliches zweites Leben unter Massai. Erst nach Jahren kehrt er nach Schweden zurück – mit einem rätselhaften Bild unterm Arm und Racheplänen im Kopf. Als kurz darauf auch noch der Massai-Krieger Ole Mbatian in Stockholm eintrifft, hecken sie gemeinsam einen aberwitzigen Plan aus. Mithilfe von falschen (oder echten?) Gemälden der deutsch-afrikanischen Künstlerin lrma Stern wollen sie Victor Alderheim in eine grandiose Falle locken.

Wiederholung: Mittwoch um 10.00 Uhr

Foto: Privat

Literaturpodcast „Der erste Satz“

Im Literaturpodcast „Der erste Satz“ beginnen Julia Bekurs und Britta Schinke mit zwei Neuerscheinungen das neue Jahr in der Lesezeit: „Alle sind so ernst geworden“ von Martin Suter und Benjamin von Stuckrad-Barre ist kein herkömmlicher Roman. Bei diesem Gemeinschaftsprojekt handelt es sich vielmehr um einen Dialog der Autoren, in dem sie in humorigem Ton und mit viel Sprachwitz über Badehosen, Hochzeiten, Rechnungen und Siri plaudern. Die Verschiedenheit der beiden Männer macht dabei einen Teil des Lesevergnügens aus. In „Just Like You“ von Nick Hornby geht es ernster aber nicht weniger lesevergnüglich zu. Hornby widmet sich auch in seinem neuen Roman dem Beziehungsthema, diesmal zwischen einem sehr ungleichen Paar. Josef ist Anfang 20, schwarz und noch orientierungslos, was seine berufliche Zukunft betrifft. Lucy steht mit Anfang 40 im prallen Leben, ist alleinerziehende Mutter zweier pubertierender Jungs, Lehrerin und passionierte Shakespeare-Leserin. Ob diese Beziehung eine Zukunft haben kann, verhandelt Hornby in diesem Roman. Er zeigt dem Leser einen Querschnitt der britischen Gesellschaft, deren tiefe Risse durch den drohenden Brexit sichtbar werden.

Wiederholung: Mittwoch um 10.00 Uhr

Cover (c) Ullstein-Verlag

John leCarré: “Federball”

John le Carré, der kürzlich verstorbene Altmeister des Spionage-Thrillers, hatte 2017 seinen definitiv letzten Roman angekündigt, der eine Art Lebensbilanz seines langjährigen Helden George Smiley darstellte. Zwei Jahre später, im Alter von 88 Jahren, legte er dann aber doch noch einmal nach und lieferte mit „Federball“ sein allerletztes Werk ab. Natürlich erneut ein Spionageroman, diesmal allerdings ohne George Smiley: Nat hat seine besten Jahre als Spion hinter sich. Gerade ist er nach London zu seiner Frau zurückgekehrt, da wird ihm ein letzter Auftrag erteilt, denn Moskau wird zunehmend zu einer Bedrohung. Zur Erholung spielt Nat Badminton, seit Neuestem gegen Ed, einen jungen Mann, der den Brexit hasst, Trump hasst, auch seine Arbeit in einer seelenlos gewordenen Medienagentur. Ausgerechnet Ed fordert Nat auch außerhalb des Spielfelds heraus und zwingt ihn, seine Haltung gegenüber dem eigenen Land in Frage zu stellen. Und eine Entscheidung zu treffen, die für alle Konsequenzen hat.

Wiederholung: Mittwoch um 10.00 Uhr

16.05.2021 um 13:00 Uhr
13:00 — 14:00

pandora@okerwelle.de