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Lesezeit2019-05-21T13:42:25+02:00

Lesezeit

Sonntag, 13.00 Uhr – Wdh. am Mittwoch, 10.00 Uhr / alle 2 Wochen

Immer wenn ein neues Medium das Interesse der Öffentlichkeit auf sich zog, wurde von Skeptikern gleichzeitig dem Lesen das Ende vorausgesagt. Als in den 50’ern des vergangenen Jahrhunderts den ganzen Tag über das Radio lief, gaben die besorgten Erziehungsberechtigten den dringenden Rat die Nase doch wieder einmal ins Buch zu stecken.

Noch größere Befürchtungen im Hinblick auf Leseabstinenz  lösten Fernsehen und Internet aus. Erstaunlicherweise ging die Buchproduktion nicht zurück und Veranstalter von Lesefesten rund ums Buch schwärmen von steigenden Besucherzahlen: Lokal wären als Beispiele die Braunschweiger Jugendbuchwoche und das Krimifestival zu nennen.

Sie sind aber auch Beleg dafür, wie wichtig es ist, durch ein breit gefächertes Angebot an Büchern und den direkten Kontakt mit Autoren das Lesen attraktiv zu machen.

Mit der gleichen Zielsetzung möchten wir in der „Lesezeit“ Autoren aus der Region Gelegenheit geben, ihre Gedichte, Geschichten und Bücher einer interessierten Hörerschaft vorzustellen.

Geplant ist für 2011 durch öffentliche Lesungen in der Brunsviga die direkte Begegnung mit Textschaffenden zu ermöglichen und die Veranstaltung dann in einer Aufzeichnung in der „Lesezeit“ zu senden.

THEMEN DER SENDUNG

Frank Schäfer und Ralf Sotscheck - Foto: Sylvia Scholz

Frank Schäfer und Ralf Sotscheck – Foto: Sylvia Scholz

Schlitzohren, Schluckspechte und komische Heilige – Irland trifft Niedersachsen

Eine Lesung mit Ralf Sotscheck und Frank Schäfer

Seit Jahrzehnten berichtet Irland-Korrespondent Ralf Sotscheck von der grünen Insel und porträtiert ihre knorrigen Quadratschädel und trinkfesten Gesellen. Die komischsten Geschichten erscheinen jeden Montag auf der „Wahrheit“-Seite der „taz“ und später in diversen Kolumnenbänden, zuletzt etwa in „Zocken mit Jesus. Irische Zeichen und Wunder“.

Auch Frank Schäfer ist regelmäßiger „Wahrheit“-Kolumnist, und sein Beobachtungsfeld ist Niedersachsen, nicht zuletzt unsere „Metropolregion“. Auch hier gibt es gute Butter, volle Gläser und ebenso viele Sturköppe, wie seine gerade erschienene Geschichtensammlung „Jagdszenen in Niedersachsen“ beweist.

Die beiden Autoren luden ein in die Buchhandlung Graff zum Regionenvergleich und erläuterten auf unterhaltsame und komische Weise, dass die EU ohne Irland und Niedersachsen weit weniger Spaß machen würde.

Wiederholung: Mittwoch – 10 Uhr

Tilman Thiemig - Ahrenshooper Todholz

Tilman Thiemig – Ahrenshooper Todholz

Tilman Thiemig, Ahrenshooper Todholz

Als Robert Aaron Zimmermann, hoch betagter Kanadier mit deutsch-jüdischen Wurzeln, nach 80 Jahren an den Ort seiner Kindheit auf den Darß zurückkehrt, begegnen ihm gar eigentümliche Einwohner, kuriose Künstler und unheimliche Feriengäste. Sein Auftrag: Er muss die Todesumstände des Landschaftsmalers und Kunstprofessors Alfred Partikel aufklären, der im Herbst 1945 beim Pilzesammeln im Ahrenshooper Holz spurlos verschwand.

Mit Zimmermanns Recherchen beginnt eine Mordserie an den Beteiligten der Untersuchung…

Tilman Thiemig – „Ahrenshooper Todholz“, Hinstorff Verlag, 406 Seiten, 12,99 €

Bild: (c) Piper-Verlag

Bild: (c) Piper-Verlag

Stephan Orth – „Couchsurfing in China“

Durch die Wohnzimmer der neuen Supermacht

Er reist mit Vorliebe durch Länder mit einem schlechten Ruf: Drei Monate lang erkundet Bestsellerautor Stephan Orth China um herauszufinden, wie die neue Weltmacht tickt. China wird das 21. Jahrhundert prägen wie kaum ein anderes Land – und ist gleichzeitig für viele Menschen ein Mysterium. Stephan Orth wohnt bei Einheimischen und versucht zu verstehen, was die Menschen antreibt. Er besucht Metropolen, die mit totaler Überwachung experimentieren, und abgeschiedene Dörfer, in denen fürs Willkommensessen der Hund geschlachtet wird. Auf seiner Reise von Couch zu Couch versucht er sich als Wettkampf-Korbflechter, tanzender Englischlehrer und Casino-Glücksritter – und lernt, welche Träume und Ängste die Menschen bewegen. Und mit jedem neuen Abenteuer, mit jedem Gespräch entsteht ein konkreteres Bild davon, wie die Menschen den beispiellosen Aufstieg ihren Landes erleben. Und plötzlich wirkt das schwer durchschaubare China viel weniger fremd, als man vermutet hätte.

Stephan Orth – „Couchsurfing in China“, Piper, 256 Seiten, 16,00 €

„Kluftinger“ - Foto: © Ullstein-Verlag

„Kluftinger“ – Foto: © Ullstein-Verlag

Volker Klüpfel und Michael Kobr – Kluftingers 10. Fall

Über fünf Millionen verkaufte Bücher, Live-Shows vor bis zu 3.000 Fans und die Verfilmung ihrer ersten beiden Krimis durch die ARD: Keine Frage, Volker Klüpfel und Michael Kobr sind das erfolgreichste Autorenduo Deutschlands. Und ihr Kommissar Kluftinger ist „Kult von Kempten bis Kiel“. Im vergangenen Jahr ist der mittlerweile 10. Fall erschienen, der, weil der Kommissar ganz persönlich im Mittelpunkt steht, den Titel „Kluftinger“ trägt:

Endlich Opa! Kommissar Kluftinger ist immer noch ganz hin und weg, dass ihn Sohn Markus und Schwiegertochter Yumiko zum Großvater gemacht haben. Die Freude über das neue Leben wird jedoch schnell getrübt: Beim Kirchgang mit der Familie entdeckt Kluftinger auf dem Friedhof eine Menschentraube, die ein frisch aufgehäuftes Grab umringt. Darauf ein Holzkreuz – mit seinem Namen. Nach außen hin bleibt er gelassen. Als jedoch eine Todesanzeige für Kluftinger in der Zeitung auftaucht, sind auch die Kollegen alarmiert. Um dem Täter zuvorzukommen, muss Kluftinger tief in seine eigene Vergangenheit eintauchen. Je mehr er herausfindet, desto klarer wird ihm, dass ein Maulwurf in den eigenen Reihen seine Ermittlungen erschwert. Und die Zeit ist knapp, denn alles deutet darauf hin, dass Kluftingers angekündigter Tod unmittelbar bevorsteht…

Volker Klüpfel & Michael Kobr – Kluftingers 10. Fall, Ullstein, 480 Seiten, 22,00 €

Foto: Ullstein Buchverlage

Foto: Ullstein Buchverlage

Annette Hess – „Deutsches Haus“

Frankfurt 1963. Eva, gelernte Dolmetscherin und jüngste Tochter der Wirtsleute Bruhns, steht kurz vor ihrer Verlobung. Unvorhergesehen wird sie gebeten, bei einem Prozess die Zeugenaussagen zu übersetzen. Es ist der erste Auschwitz-Prozess, der in der Stadt gerade vorbereitet wird. Evas Eltern und auch ihr Verlobter sind dagegen, doch Eva, die noch nie etwas von diesem Ort gehört hat, folgt ihrem Gefühl und widersetzt sich ihrer Familie. Sie nimmt die Herausforderung an, ohne zu ahnen, dass dieser Jahrhundertprozess nicht nur das Land, sondern auch ihr eigenes Leben unwiderruflich verändern wird.

Annette Hess – „Deutsches Haus“, Ullstein-Verlag, 368 Seiten, 20,00 €

Anne Gesthusen - Foto: Rieck

Anne Gesthusen – Foto: Rieck

Anne Gesthuysen – „Mädelsabend“

Im März fand in der Buchhandlung Graff eine Lesung mit Anne Gesthuysen statt. Die Autorin stellte ihr neues Buch MÄDELSABEND vor. Oma und Enkelin – zwei starke Frauen vom Niederrhein gehen darin der Frage nach: Wie viel Ehe verträgt ein erfülltes Leben?

Geschickt verwebt Anne Gesthuysen Gegenwart und Vergangenheit und erzählt von einem bewegten Frauenleben am Niederrhein, das den Bogen vom Zweiten Weltkrieg über die piefigen Fünfziger- und die wilden Siebzigerjahre bis in die Jetztzeit spannt. Von der Liebe und kuriosen Hochzeitsbräuchen, von Karnevalstraditionen und Anti-AKW-Treckerfahrten. Von den Herausforderungen einer Jahrzehnte währenden Ehe, von patriarchalen Machtstrukturen und gesellschaftlichen Umbrüchen. Humorvoll, warmherzig und feinfühlig spürt sie der Frage nach, was zwei Menschen zusammenhält und welche Bedeutung Freiheit und Selbstverwirklichung haben.

Anne Gesthuysen – „Mädelsabend“, Kiepenheuer und Witsch, 378 Seiten, 22,00 €

Mittagsstunde von Doerte Hansen - © Penguin - randomhouse

Mittagsstunde von Doerte Hansen – © Penguin – randomhouse

Dörte Hansen – „Mittagsstunde“

Der Roman „Mittagsstunde“ erzählt von dem fiktiven Dorf Brinkebüll in Nordfriesland und von seinen Bewohnern und vom Verschwinden einer bäuerlichen Welt. Das Buch setzt Mitte der 60er Jahre ein, und in stetem Wechsel von Kapitel zu Kapitel wird aus der Gegenwart und der Vergangenheit erzählt – von Verlust, Abschied und Neubeginn.
Dörte Hansen ist eine psychologisch versierte Autorin, deren Buch traumwandlerisch die richtige Balance zwischen Familienroman und Satire findet. ( Denis Scheck, Deutschlandfunk )

Die Autorin ist mit ihrem neuen Buch zurzeit auf Lesereise, so auch in der Buchhandlung Graff. Aus dieser Lesung hören wir heute einige Ausschnitte.

Penguin Verlag – Dörte Hansen: „Mittagsstunde“ , 288 Seiten, ISBN 978-3-328-60003-9, 22,00 €

Foto Hanser Verlag

Foto Hanser Verlag

Takis Würger – Stella

Ein junger Mann kommt 1942 nach Berlin. In einer Kunstschule trifft er eine Frau. Die beiden werden ein Paar. Eines Morgen s klopft sie an seine Tür, verletzt, mit Striemen im Gesicht, und sagt: „Ich habe dir nicht die Wahrheit gesagt.“

„Takis Würger hat sich etwas Aberwitziges vorgenommen: Das Unerzählbare zu erzählen. Man beginnt dieses Buch, man liest es mit Spannung und Erschrecken, man beendet es mit Bewunderung.“ (Daniel Kehlmann)

Der Roman „Stella“ von Takis Würger wird in den Feuilletons sehr kontrovers diskutiert. In der Lesezeit hören sie heute Ausschnitte daraus.

Hansa – Takis Würger: „Stella“ – ISBN 978-3-446-25993-5 – 224 S. – 22,00 €

02.06.2019 um 13:00 Uhr
13:00 — 14:00

pandora@okerwelle.de