Lesezeit

Sonntag, 13.00 Uhr – Wdh. am Mittwoch, 10.00 Uhr / alle 2 Wochen

Immer wenn ein neues Medium das Interesse der Öffentlichkeit auf sich zog, wurde von Skeptikern gleichzeitig dem Lesen das Ende vorausgesagt. Als in den 50’ern des vergangenen Jahrhunderts den ganzen Tag über das Radio lief, gaben die besorgten Erziehungsberechtigten den dringenden Rat die Nase doch wieder einmal ins Buch zu stecken.

Noch größere Befürchtungen im Hinblick auf Leseabstinenz  lösten Fernsehen und Internet aus. Erstaunlicherweise ging die Buchproduktion nicht zurück und Veranstalter von Lesefesten rund ums Buch schwärmen von steigenden Besucherzahlen: Lokal wären als Beispiele die Braunschweiger Jugendbuchwoche und das Krimifestival zu nennen.

Sie sind aber auch Beleg dafür, wie wichtig es ist, durch ein breit gefächertes Angebot an Büchern und den direkten Kontakt mit Autoren das Lesen attraktiv zu machen.

Mit der gleichen Zielsetzung möchten wir in der „Lesezeit“ Autoren aus der Region Gelegenheit geben, ihre Gedichte, Geschichten und Bücher einer interessierten Hörerschaft vorzustellen.

THEMEN DER SENDUNG

Cover (c) Random House Audio

Lesezeit: Wladimir Kaminer: “Die Wellenreiter”

Wladimir Kaminer hat Deutschland auf zahllosen Reisen bis in den letzten Winkel erkundet. Doch plötzlich erkennt er Land und Leute nicht wieder – der schön geordnete Alltag steht kopf. Statt das Verrückte im normalen Leben zu entdecken, beobachtet er nun eine Normalität, in der alles verrückt ist: Weihnachten ohne Märkte, Kreuzfahrten ohne Landgang und Pfeile am Boden, die uns den Weg durch eine veränderte Welt weisen sollen. Da braucht man jemanden, der einem zwischendurch zum Lachen bringt. Und wer wäre besser dazu geeignet als der Lieblingsrusse der Deutschen, Wladimir Kaminer? In seinem letzten Buch „Der verlorene Sommer“ setzte er sich mit den Anfängen der Pandemie auseinander, nun, ein knappes Jahr später, muss er erkennen, dass es noch immer nicht viel besser geworden ist. „Die Wellenreiter“ heißt sein aktuelles Buch, und wie gewohnt verpackt Kaminer seine Beobachtungen in amüsante Geschichten.

Das Buch „Die Wellenreiter„ ( ISBN 978-3-442-31622-9) ist erschienen bei WUNDERRAUM und kostet 20,00 €, das in Ausschnitten vom Autor selbst gelesene Hörbuch gibt es bei RANDOM HOUSE AUDIO ebenfalls für 20,00 €.

Wiederholung: Mittwoch um 10.00 Uhr

Hörbuch-Cover (c) Hörbuch Hamburg

Lesezeit: „Harlem Shuffle“ von Colson Whitehead

Im schillernden Harlem der 1960er-Jahre, wo Gangster und Zuhälter, Hochstapler und Schießwütige die Strippen ziehen, versucht ein Mann aus einfachen Verhältnissen so ehrlich wie möglich aufzusteigen.
Eigentlich würde Ray Carney am liebsten ohne Betrügereien auskommen. Doch als seine Frau ein zweites Kind erwartet, reichen die Einkünfte aus seinem Einrichtungsladen auf der 125th Street nicht aus für den Standard, den die Schwiegereltern erwarten. Cousin Freddie bringt gelegentlich eine Goldkette vorbei, die Ray bei einem Juwelier am Times Square versetzt. Doch was tun mit dem Raubgut aus dem Coup im legendären »Hotel Theresa« im Herzen Harlems, nachdem Freddie und seine Kumpanen sich verdünnisiert haben? Als Polizei und Gangster Ray in seinem Laden aufsuchen, steht sein waghalsiges Doppelleben zwischen Rechtschaffenheit und Schwindel, Herkunft und Machtstreben auf der Kippe.
Das neue literarische Meisterwerk von Colson Whitehead ist Familiensaga, Soziographie und Ganovenstück, vor allem aber eine Liebeserklärung an New Yorks berühmtestes Viertel.

Wiederholung: Mittwoch um 10.00 Uhr

Foto (c) privat

Lesezeit: Literatur-Podcast

Im Literaturpodcast „Der erste Satz“ plaudern Julia Bekurs und Britta Schinke über ihre letzten Leseerlebnisse: zwei Romane und zwei Sachbücher stehen am dritten Adventssonntag auf dem Programm:
Christian Krachts aktueller Roman knüpft an sein Romandebüt an: vor 25 Jahren mäanderte der Ich-Erzähler in „Faserland“ durch die Bundesrepublik, von Sylt bis über die Schweizer Grenze nach Zürich. In „Eurotrash“ setzt derselbe Erzähler seine Reise fort. Eurotrash ist eine Auseinandersetzung mit der Familiengeschichte des Erzählers, die Grenzen zwischen Fiktion und Realität bleiben beim Lesen unscharf und verschwimmen. Ironisch und höchst unterhaltsam!

Mit über 1000 Seiten ist Barack Obamas „Ein verheißenes Land“ das bisher schwerste Buch im Literaturpodcast „Der erste Satz“. Detailliert, unangestrengt und gleichzeitig humorvoll wird aus dem Leben des 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten erzählt. Das autobiographische Sachbuch ist ein persönlicher Bericht, beginnend mit seinen Anfängen in der lokalen Politik, über seine Senatszugehörigkeit bis hin zum ersten Teil seiner Präsidentschaft.

Weitere Buchempfehlungen: „Marzahn, mon amour: Geschichten einer Fußpflegerin“ (Katja Oskamp), „Wie hat Ihnen das Anthropozän bis jetzt gefallen?“ (John Green)

Wiederholung: Mittwoch um 10.00 Uhr

Hörbuch-Cover (c) Goya Lit

Lesezeit: Dora Heldt, Geld oder Lebkuchen

Es ist Advent auf Sylt. Ernst Mannsen hat zwar nichts gegen Weihnachten, aber die Insel ist ihm ohne Touristen zu leer, die Tage sind lang und dunkel. Seine Frau Gudrun freut sich hingegen auf den Weihnachtsmarkt, aufs Schmücken des Hauses und auf die Weihnachtsfeiertage mit der Familie. Als der gelangweilte Ernst erfährt, dass der Filialleiter der Bank mitsamt den Spenden für die bedürftigen Kinder verschwunden ist, ergreift er seine Chance auf Abwechslung: Er wird sich um das Problem kümmern! Und das Geld für die Weihnachtsgeschenke beschaffen. Sozusagen als Robin Hood von Sylt. Mit einigen Komplizen plant er einen großen Coup, der allerdings ganz anders läuft als geplant.

Wiederholung: Mittwoch um 10.00 Uhr

Hörbuch-Cover (c) GOYALiT

Lesezeit: Rupert Undercover in seiner zweiten Mission

Klaus-Peter Wolf, Bestseller-Autor vieler Ostfriesland-Krimis, hat neben seiner Buchreihe um die Ermittlerin Ann Kathrin Klaasen eine zweite Serie aufgemacht, in der Klaasens Mitarbeiter Hauptkommissar Rupert im Mittelpunkt steht, und zwar als Undercover-Agent. Er sieht dem aus dem Verkehr gezogenen Drogenboss Frederico Müller-Gonzáles zum Verwechseln ähnlich und wurde vom BKA als dessen Doppelgänger eingeschleust:

Kriminaldirektorin Liane Brennecke hätte eigentlich Angst um ihr Leben haben müssen, aber dem war nicht so. Sie betrachtete sich im Spiegel. Sie war sich selbst fremd geworden. In diesem Folterkeller war etwas mit ihr geschehen. Etwas war aus dem Körpergefängnis geflohen und hatte sich in Sicherheit gebracht. Ein Seelenanteil von ihr war entkommen. Sie sorgte sich um ihre geistige Gesundheit. War sie kurz davor, verrückt zu werden, oder hatte sie diese Schwelle bereits in dem Rattenloch überschritten, in dem er sie gefangen gehalten hatte? Um wieder ganz zu werden, musste sie ihn erledigen. Dazu brauchte sie einen Köder und ein Werkzeug. Niemand erschien ihr geeigneter als dieser Rupert alias Frederico Müller-Gonzáles.

Wiederholung: Mittwoch um 10.00 Uhr

Hörbuch-Cover (c) der Hörverlag

Lesezeit: Andreas Gruber, Todesschmerz

Mitten in den brisanten Ermittlungen um einen Verräter in den eigenen Reihen werden BKA-Profiler Maarten S. Sneijder und sein Team abgezogen und nach Norwegen geschickt, um den Mord an der deutschen Botschafterin aufzuklären. Vor Ort bekommen sie es mit einem besonders heimtückischen Gegenspieler zu tun. Der dirigiert nicht nur ein internationales kriminelles Netzwerk, auch seine Grausamkeit scheint keine Grenzen zu kennen. Als dann noch eine Verbindung zu dem Maulwurf im BKA deutlich wird und ein erstes Mitglied von Sneijders Team einem kaltblütigen Killer zum Opfer fällt, steht Sneijder vor seiner bisher größten Herausforderung.

Wiederholung: Mittwoch um 10.00 Uhr

Buch-Cover (c) Verlag Mathes und Seitz

Lesezeit: Literatur-Podcast

In der aktuellen Folge widmen sich Britta Schinke und Julia Bekurs drei neuen Romanen: Die Anthropologin Nastassja Martin erzählt in ihrem autobiographischen Roman „An das Wilde glauben“, wie sie auf einer Forschungsreise nach Kamtschatka den Angriff eines Bären überlebt. Eine packende Erzählung über die qualvolle Genesung der Wissenschaftlerin und ihrer Heilung.

In „Es ist immer so schön mit dir“, von der Jury des Deutschen Buchpreises 2021 für die Longlist nominiert, erzählt Heinz Strunk die katastrophale Liebesgeschichte eines Mittvierzigers und der jungen Schauspielerin Vanessa. Glück und Chaos wechseln sich ab. Meist gleicht die Beziehung einem Trümmerfeld. Heinz Strunk schafft es, dieses Unglück wie kein anderer zu erzählen, absolut lesenswert!

„Ich, Unica“ ist eine Fiktion, eine literarische Fantasie, über das Leben der Schweizer Künstlerin Unica Zürn. Die Autorin Kirstine Reffstrup erzählt auf faszinierende und gleichzeitig schaurige Weise, die schicksalshaften Jahre der Künstlerin nach 1930. Sie bearbeitet hierfür originales Material aus der Hand Unica Zürns und vermischt dies mit eigener Fantasie und bildreicher Sprache.

Wiederholung: Mittwoch um 10.00 Uhr

Hörbuch-Cover Mordsand (c) LübbeAudio

Romy Fölck: Mordsand

Friedlich und unberührt liegt die kleine Insel Bargsand inmitten der idyllischen Unterelbe. Bis zu jenem Morgen, als ein junges Paar am Strand eine grauenvolle Entdeckung macht: Aus dem Sand ragt der Schädel eines Skeletts. Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn von der Mordkommission Itzehoe stehen vor einem Rätsel. Wer war dieser Mann, der vor dreißig Jahren mit gefesselten Händen dort im Schlick vergraben wurde?

Kurz darauf wird auf einer Nachbarinsel ein Hamburger Bauunternehmer tot aufgefunden wird – bis zum Rumpf im Sand eingegraben und gefesselt wie das Opfer von Bargsand. Die Spur führt das Ermittlerduo in die damalige DDR – zu vier Jungen und einem Verrat, der Jahre später einen grausamen Plan reifen lässt …

Wiederholung: Mittwoch um 10.00 Uhr

(c) Susanne Fischer

Susanne Fischer – Lesungsauftakt bei SOUND ON PAPER

Wer gute Filme mag, der liebt auch gute Bücher – und vielleicht ein Glas Wein oder Bier dazu. Unter dem Titel SOUND ON PAPER lesen 4 Autoren und Autorinnen aus ihren neuen Werken. Der Braunschweiger Autor Frank Schäfer moderiert die Veranstaltungen. Das Kartenkontingent ist auf 30 Plätze pro Lesung beschränkt.

Den Auftakt machte am 16. September Susanne Fischer mit „Norddeutsche Nebentischreportagen“. Darin sind die schönsten Mini-Geschichten und lustigsten Kolumnen der Autorin gesammelt. Ihr Thema ist der Alltag in der niedersächsischen Provinz, das Dorfleben zwischen Biogas-Anlagen, Grünkohl-Wettessen, Schneckeninternet und Politikversagen, das sie mit satirischem und doch liebevollem Blick skizziert. Kommen überhaupt Nachrichten aus dem Weltgeschehen auf dem Lande an? Ja, jede Menge. Und dann gibt es immer was zu lachen.

Susanne Fischer wurde 1960 in Hamburg geboren. Da musste sie auch zur Schule gehen. Der Rest ergab sich dann irgendwie: Studium der Germanistik, Segelreise in die Südsee, wiederholter Katzenbesitz. So wird man Autorin. Aus Langeweile begann sie zu schreiben: Zuerst für „Die Welt“, dann folgerichtig für „Kowalski“, die „Frankfurter Rundschau“ und „konkret“, später für die „taz“. Auf ihrer Lieblingsseite dort – „Die Wahrheit“ – schreibt sie regelmäßig. Susanne Fischer lebt in einem kleinen Dorf bei Celle.

In der Lesezeit gibt es Ausschnitte aus der Lesung im abspann, dem Bistro des Universum Filmtheaters. Die weiteren Termine und Gäste können Sie auf www.universum-filmtheater.de nachlesen.

Wiederholung: Mittwoch um 10.00 Uhr

06.02.2022 um 13:00 Uhr
13:00 — 14:00

pandora@okerwelle.de