Lesezeit

Sonntag, 13.00 Uhr – Wdh. am Mittwoch, 10.00 Uhr / alle 2 Wochen

Immer wenn ein neues Medium das Interesse der Öffentlichkeit auf sich zog, wurde von Skeptikern gleichzeitig dem Lesen das Ende vorausgesagt. Als in den 50’ern des vergangenen Jahrhunderts den ganzen Tag über das Radio lief, gaben die besorgten Erziehungsberechtigten den dringenden Rat die Nase doch wieder einmal ins Buch zu stecken.

Noch größere Befürchtungen im Hinblick auf Leseabstinenz  lösten Fernsehen und Internet aus. Erstaunlicherweise ging die Buchproduktion nicht zurück und Veranstalter von Lesefesten rund ums Buch schwärmen von steigenden Besucherzahlen: Lokal wären als Beispiele die Braunschweiger Jugendbuchwoche und das Krimifestival zu nennen.

Sie sind aber auch Beleg dafür, wie wichtig es ist, durch ein breit gefächertes Angebot an Büchern und den direkten Kontakt mit Autoren das Lesen attraktiv zu machen.

Mit der gleichen Zielsetzung möchten wir in der „Lesezeit“ Autoren aus der Region Gelegenheit geben, ihre Gedichte, Geschichten und Bücher einer interessierten Hörerschaft vorzustellen.

Geplant ist für 2011 durch öffentliche Lesungen in der Brunsviga die direkte Begegnung mit Textschaffenden zu ermöglichen und die Veranstaltung dann in einer Aufzeichnung in der „Lesezeit“ zu senden.

THEMEN DER SENDUNG

Foto: Scholz

„Als Eulenspiegel selbst einmal Münchhausen belog – Braunschweigische Streifzüge“

Das Braunschweiger Land in Südost- Niedersachsen kann stolz auf historischen, kulturellen und landwirtschaftlichen Reichtum blicken. Neben archäologischen Ausgrabungsstätten und Baudenkmälern ist die Region auch Wiege zahlreicher Berühmtheiten der deutschen Geschichte. Der Autor Dr. Lutz Tantow erzählt in seinem Buch „Als Eulenspiegel selbst einmal Münchhausen belog – Braunschweigische Streifzüge“ in 19 Episoden von Begegnungen aus dem Braunschweigischen der vergangenen 100 Jahre.

In seinen humorvollen und tiefgründigen Streifzügen mit berühmten Persönlichkeiten – natürlich nicht in Persona, sondern in Gedanken – lernt der Leser auf unterhaltsame Weise die Charaktere und das Wirken dieser Berühmtheiten kennen. Es geht mit Lessing nach Stöckheim, mit Till in den Elm, mit Raabe nach Riddagshausen oder mit Roswitha durch Gandersheim. Alles verpackt in abenteuerliche Geschichten und mit Hinweisen, wie man die im Buch beschriebenen Wege nachvollziehen kann. Erste Anregungen gibt es in der heutigen Ausgabe der Lesezeit, vom Autor selbst vorgetragen. Das Buch „Als Eulenspiegel selbst einmal Münchhausen belog – Braunschweigische Streifzüge“ ist in der edition kemenate erschienen.

Wiederholung: Mittwoch um 10.00 Uhr

Buchcover: © Ullstein-Verlag

Lesezeit: Stefan Ahnhem – “10 Stunden tot”

Eine grausame Mordserie. Ein unlösbares Rätsel. Fabian Risks härtester Fall. Ein Mörder wählt seine Opfer scheinbar zufällig aus. So hinterlässt er keine Spuren. Kommissar Fabian Risk und das Helsingborger Kommissariat stehen vor einem Rätsel.

Helsingborg ist nicht mehr der idyllische Ort an der schwedischen Küste, der er mal war. Während eine Reihe von Morden die Stadt erschüttert, kämpft Kommissar Fabian Risk gegen sein ganz persönliches Leid: Seine Familie droht an seiner Arbeit als Mordermittler zu zerbrechen. Aber sein Job ist sein Leben. Er kann nicht anders und nimmt sich der Aufklärung der Morde an, doch er findet keine Spur. Risk und seine Kollegen ahnen nicht, dass der Täter seine Opfer durch ein Würfelspiel rein zufällig auswählt, genau wie die Mordwaffe und den Tatort. So lassen sich keinerlei Verbindungen zu ihm herstellen. Wird dieser Fall ungelöst bleiben?

Wiederholung: Mittwoch um 10.00 Uhr

Buchcover: (c) Reiffer

Beatrix Flatt: “Grenzenlos”, Begegnungen am Grünen Band

Das Grüne Band reicht vom Dreiländereck bei Hof bis zur Ostsee. Es ist ein Mahnmal und Friedensprojekt. Der Dreiklang aus Naturschutz, Grenzgeschichte und Kultur macht es einzigartig. Dort wo sich zu Zeiten des Kalten Krieges feindliche Armeen aufgerüstet gegenüberstanden, darf sich seit dem Herbst 1989 die Natur entfalten. So wurde aus dem ehemaligen Todesstreifen eine Lebenslinie. Das Grüne Band ist der längste Biotopverbund Deutschlands und gleichzeitig eine Erinnerungslandschaft für geschleifte Dörfer, zwangsumgesiedelte Familien, Flucht und Fluchtversuche, Grenzsoldaten mit Schießbefehl und für Bürger, die sich in ihrer Heimat nicht frei bewegen durften.

Beatrix Flatt wanderte 63 Tage mit Rucksack, Laptop und großer Neugier 1.400 Kilometer entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Sie sprach mit Menschen, die am Grünen Band leben, arbeiten oder sich dort engagieren. Ihre Geschichten erzählen vom ehemaligen Sperrbezirk der DDR und dem Zonenrandgebiet der BRD. Manche von ihnen leben schon seit
Jahrzehnten dort, andere haben sich das Grüne Band bewusst als neue Heimat
ausgesucht. Die Reportagen berichten vom Engagement und der Kreativität
seiner Bewohner fernab der Metropolen, aber aus der Mitte Deutschlands.

Wiederholung: Mittwoch um 10.00 Uhr

Hörbuch: Herbstblond von Thomas Gottschalk | © randomhouse audio

Thomas Gottschalk, Herbstblond

Als Showmaster ist er Legende: Thomas Gottschalk feierte in diesem Monat seinen 70. Geburtstag. Wir nehmen das zum Anlass, noch einmal Auszüge aus seiner vor 5 Jahren erschienenen Autobiografie zu präsentieren, natürlich gelesen von ihm persönlich. Auch wenn 98 Prozent der Deutschen sagen, dass sie Thomas Gottschalk kennen, hat sich doch nur ein winziger Teil seines Lebens im Licht der Scheinwerfer abgespielt, und vieles, was backstage abgelaufen ist, war spannender, lustiger und ehrlicher als das, was die Kameras eingefangen haben.
In seiner Autobiografie „Herbstblond“ erzählt Thomas Gottschalk von der Kindheit und Jugend im fränkischen Kulmbach, von seinem Aufstieg zum Medienstar und seinen Begegnungen mit den Großen dieser Welt, von Rückzugsorten und Glücksvorstellungen, von Familie und Freunden, tragischen und glanzvollen Momenten.

Wiederholung: Mittwoch um 10.00 Uhr

Foto Kiwi Musikbibliothek

Frank Goosen: „The Beatles“

Dass Frank Goosen Beatles-Fan wurde, hängt mit Schwarzarbeit zusammen. Mit den Worten „Gib mir kein Geld, gib mir lieber ein paar Platten für meinen Jungen!“ ließ Goosen Senior sich Ende der Siebziger von einem Elektrohändler für ein paar nach Feierabend angeschlossene Steckdosen bezahlen: mit Beatles-Scheiben. Damit war es um den 13-jährigen geschehen. In dem Buch/Hörbuch „The Beatles“ spürt Goosen seiner lebenslangen Obsession für die „Fab Four“ nach: kenntnisreich, berührend-persönlich und irre witzig.

Als seine Mutter einmal in sein Zimmer kam, um Schmutzwäsche vom Boden aufzusammeln, fragte sie. „Was singen die da eigentlich“? Der Sohn: „Eight days a week. Acht Tage die Woche. Ist das nicht großartig? Die Woche hat ja nur sieben.“ „Ja, ja, und acht Tage die Woche muss ich hinter dir herräumen.“

Wiederholung: Mittwoch um 10.00 Uhr

Hörbuch-Cover © randomhouse audio

Karsten Dusse, „Achtsam morden“

Björn Diemel wird von seiner Frau gezwungen, ein Achtsamkeits-Seminar zu besuchen, um seine Ehe ins Reine zu bringen, sich als guter Vater zu beweisen und die etwas aus den Fugen geratene Work-Life-Balance wieder herzustellen. Denn Björn ist ein erfolgreicher Anwalt und hat dementsprechend sehr wenig Zeit für seine Familie. Der Kurs trägt tatsächlich Früchte und Björn kann das Gelernte sogar in seinen Job integrieren, allerdings nicht ganz auf die erwartete Weise. Denn als sein Mandant, ein brutaler und mehr als schuldiger Großkrimineller, beginnt, ihm ernstliche Probleme zu bereiten, bringt er ihn einfach um — und zwar nach allen Regeln der Achtsamkeit.

Achtsam morden ist die Geschichte eines bewussten und entschleunigten Mordes, der längst überfällige Schulterschluss zwischen Achtsamkeitsratgeber und Krimi, vor allem aber ein origineller Unterhaltungsroman. Das gleichnamige Hörbuch hat in der Kategorie „Beste Unterhaltung“ den Deutschen Hörbuchpreis 2020 bekommen.

Wiederholung: Mittwoch um 10.00 Uhr

Buch-Cover © Limes-Verlag

Alex Beer: “Der dunkle Bote”

Wien im November 1920: Ein unerwarteter Kälteeinbruch im Herbst hat die Ernten vernichtet, jeder dritte Mann ist arbeitslos, und das organisierte Verbrechen hat Hochkonjunktur. Doch der Mordfall, der jetzt die Stadt erschüttert, übertrifft alles bislang Dagewesene: Ein Toter wird bizarr zugerichtet und von einer Eisschicht bedeckt aufgefunden. Kurz darauf taucht ein Bekennerschreiben auf.

Kriminalinspektor August Emmerich und sein Assistent Ferdinand Winter von der Wiener Kriminalpolizei Leib und Leben ermitteln – und das ist nicht das einzige Rätsel, das sie zu lösen haben, denn noch haben sie Xaver Koch nicht aufgespürt, den Mann, der Emmerichs Lebensgefährtin entführt hat und der sich als gefährlicher Gegner entpuppt.

Wiederholung: Mittwoch um 10.00 Uhr

Hörbuch-Cover: Der Fund © der hörverlag

Hörbuch-Cover: Der Fund © der hörverlag

Bernhard Aichner: “Der Fund”

Der neue Thriller des österreichischen Bestsellerautors Bernhard Aichner: Warum musste Rita sterben? Wer hat die Supermarktverkäuferin, die doch nie jemand etwas zuleide getan hat, auf dem Gewissen? Hat die 53-Jährige wirklich ihr Todesurteil unterschrieben, als sie eines Tages etwas mit nach Hause genommen hat, was sie besser im Laden gelassen hätte? Offiziell ist der Fall abgeschlossen – aber da ist einer, der nicht aufgibt. Ein Polizist, der scheinbar wie besessen Fragen stellt – und die Antworten, die er bekommt, nicht akzeptieren will.

»Der Österreicher Bernhard Aichner hat seinen ganz eigenen Sound. Seine Thriller erkennt man sofort wieder: an ihrem atemlosen, schnörkellosen Stil.” stern (07.11.2019)

Wiederholung: Mittwoch um 10.00 Uhr

12.07.2020 um 13:00 Uhr
13:00 — 14:00

pandora@okerwelle.de