Braunschweig arbeitet seine queere Geschichte auf.

Die Stadt Braunschweig will die bislang kaum dokumentierte Geschichte der lokalen queeren Community sichtbar machen und ein eigenes Archiv aufbauen. Wie die Verwaltung mitteilte, ist dies ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Verein für sexuelle Emanzipation. Gesucht werden Materialien aus der LSBTIQ-Szene, die die Zeit seit dem Ende des Nationalsozialismus abdecken. Dazu gehören private Fotos, Briefe und Tagebücher, aber auch Flugblätter oder Videoaufnahmen von politischen Aktionen. Ziel sei es, vorhandenes Wissen zu sichern, bevor es verloren gehe, sagte Sozialdezernentin Dr. Christina Rentzsch. Viele Lebensrealitäten seien aus Angst vor Verfolgung früher kaum dokumentiert worden. Die Stadt verspricht, dass alle eingereichten Dokumente sensibel behandelt und auf Wunsch anonymisiert werden. Eine Historikerin wird den Aufbau des Archivs wissenschaftlich begleiten. Langfristig sollen die gesammelten Werke im queeren Zentrum der Stadt für die Forschung und Bildungsarbeit zugänglich sein. Bürgerinnen und Bürger, die Materialien besitzen oder als Zeitzeugen berichten möchten, können sich ab sofort bei der Stadt oder dem Verein melden.