Betreiberin muss Notfallmodelle im Bergwerk anpassen

In der Schachtanlage Asse II führen veränderte Wasserströme zu neuen Herausforderungen bei der Sicherung des Bergwerks. Wie die Bundesgesellschaft für Endlagerung mitteilte, bewegen sich die im Atommülllager anfallenden Salzlösungen anders durch das Salzgestein als bislang angenommen. Ursache dafür sei eine neu entdeckte Felsspalte auf 658 Metern Tiefe, über die der Hauptteil des Salzwassers abfließe. Die bisherigen Modelle für die Fließwege habe man deshalb anpassen müssen, sagte der Abteilungsleiter für Geowissenschaften bei der BGE, Ralf Holländer. Zwar gelinge es derzeit wieder, rund 12,5 Kubikmeter Salzwasser täglich direkt an der Spalte aufzufangen, die langfristigen Folgen seien jedoch noch unklar. Unterdessen wächst der Unmut über die angekündigten Verzögerungen bei der Bergung der rund 126.000 Fässer mit radioaktivem Müll. Im April hatte die BGE mittgeteilt, das der zur Bergung aller Fässer benötigte neue Bergungsschacht frühestens 2039 fertig sei. Umweltschützer, Wissenschaftler und Kommunen fordern eine schnellere Bergung.