Gewerkschaft NGG in der Region warnt vor Abschaffung des 8-Stunden-Tages

Arbeitnehmer in Braunschweig haben im vergangenen Jahr etwa fünf Millionen Überstunden abgeleistet – und ein Großteil wurde nicht bezahlt. Das geht aus dem sogenannten Arbeitszeit-Monitor hervor, den das Pestel-Institut im Auftrag der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) erstellt hat. Allein in der Gastronomie und Hotellerie fielen demnach rund 64.000 Überstunden an – davon etwa 53% unbezahlt. Das Problem könnte sich weiter verschärfen, warnte die Geschäftführerin der NGG Südost-Niedersachsen-Harz, Katja Derer. Denn die Bundesregierung beabsichtige, die wöchentliche Höchstarbeitszeit und den Acht-Stunden-Tag abzuschaffen. Diese Pläne gingen in die falsche Richtung, so Derer: Schon heute jonglierten Familien zwischen Job, Kinderbetreuung oder der Pflege von Angehörigen. Längere Arbeitstage würden eine gerechte Verteilung von Erwerbsarbeit, Kinderbetreuung und Pflege verhindern – und damit das Alleinverdienermodell weiter stärken. Anstatt das Fachkräftepotential von Frauen zu nutzen, durchkreuzten XXL-Schichten eine echte Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sagte die Gewerkschafterin. Sie appellierte an die Bundestagsabgeordneten aus Braunschweig und der Region, die Pläne der Regierung zu stoppen. — Foto (c) NGG/Tobias Seifert